Junge Leute in den Job bringen, Flüchtlingen aus Berg-Karabach eine wirtschaftliche Perspektive eröffnen sowie psychosoziale Programme für Kriegsopfer: Der Aktionsrat des Hilfswerks Renovabis hat über die kommenden Förderprojekte entschieden.
Das katholische Osteuropahilfswerk Renovabis behält auch in diesem Jahr seinen Ukraine-Schwerpunkt bei. Von den 16 Großprojekten, die der zuständige Aktionsrat in seiner März-Sitzung bewilligt hat, sind fünf in jenem Land, das sich seit Februar 2022 einem Angriffskrieg Russlands widersetzt, wie das Hilfswerk am Donnerstag in Freising mitteilte. Insgesamt wurden demnach für 286 Projekte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa 13,3 Millionen Euro freigegeben.
Für die Ukraine hat Renovabis in den Wintermonaten bereits rund eine weitere halbe Million Euro an Nothilfe bereitgestellt, wie es heißt. Damit seien beheizte Wärmezelte, eine Notstromversorgung oder Lebensmittel finanziert worden. Mit dem Ende der kältesten Monate richte sich der Blick wieder stärker auf langfristige Initiativen. Dazu zählten psychosoziale Angebote, Bildungs- und Jugendprogramme sowie die Hilfe für Binnenvertriebene.
Nach Ansicht des Hilfswerks stehen die Beschlüsse auch im Zeichen des Leitworts der diesjährigen Renovabis-Pfingstaktion „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“. Die Projekte sollen demnach deutlich machen, dass Renovabis nicht nur aktuelle Not lindern, sondern strukturelle Veränderungen anstoßen und nachhaltig helfen wolle.
Nothilfe und langfristige Initiativen im Fokus
Der Vorsitzende des Renovabis-Aktionsrates, Berlis Erzbischof Heiner Koch, betonte: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt lässt sich nicht verordnen – er entsteht dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Gerade in Ländern wie der Ukraine zeigt sich, wie wichtig verlässliche Partnerschaften sind, die nicht nur in der akuten Not helfen, sondern Menschen langfristig stärken und begleiten.“
Ein Beispiel dafür ist den Angaben zufolge das Projekt „Restart“ auf dem Westbalkan: In Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien arbeiteten fünf Caritas Organisationen zusammen, um mehr als 1.500 arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen Berufsperspektiven zu eröffnen. In regionalen sogenannten Karrierezentren erhielten sie Beratung, Qualifizierung und Unterstützung beim Übergang in eine Beschäftigung. „Bei Restart ziehen Menschen aus fünf Ländern an einem Strang – trotz bestehender staatlicher Spannungen“, erläutert Koch. Das mache Mut.
Ein weiteres Projekt wurde in Armenien auf den Weg gebracht. Nachdem dorthin rund 120.000 Menschen von Aserbaidschan aus der Region Berg-Karabach vertrieben worden seien, stünden viele Familien vor großen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. In der Region Vayots Dzor biete die Community Development NGO daher therapeutische Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche und helfe geflüchteten Familien wirtschaftlich wieder auf die Füße zu kommen. So wüchsen Perspektiven und der Zusammenhalt in der ganzen Region.
Renovabis-Pfingstaktion
Am 10. Mai startet die Renovabis-Pfingstaktion. Thema in diesem Jahr: „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“.
Text: KNA | Bild: Canva-Mockup von weltkirche.de auf Basis des Renovabis-Logos






