Kyjiws Wahrzeichen, das Höhlenkloster, gilt als Wiege des Christentums in der Ukraine. Die russischen Streitkräfte sollen es schwer getroffen haben. Seit einigen Wochen hat Russland die Angriffe auf das ukrainische Hinterland ausgeweitet.
Durch einen russischen Luftangriff ist nach ukrainischen Angaben in der Hauptkathedrale des berühmten Höhlenklosters in Kyjiw ein Feuer ausgebrochen. Die Militärverwaltung der ukrainischen Hauptstadt teilte kurz vor 1 Uhr in der Nacht zum Montag mit, die russischen Streitkräfte hätten das zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Kloster ersten Erkenntnissen zufolge direkt getroffen. Auf Videos und Fotos war zu sehen, wie Flammen aus dem Dach der Kathedrale schlagen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf der Plattform X, ein russischer Angriff auf das Höhlenkloster habe die Kirche in Brand gesetzt. „Das ist eines der schwerwiegendsten Verbrechen Russlands gegen die christliche Kultur bisher“, so der Staatschef am Vormittag. Das Feuer auf dem Dach der Kathedrale sei inzwischen gelöscht.
Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Metropolit Epiphanius, verurteilte den Angriff ebenfalls. Er bezeichnete die Attacke als „weiteres russisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gegen die Geschichte und gegen das Christentum“.
Bundesregierung und UNESCO verurteilen Angriff
Die Bundesregierung hat den Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster scharf verurteilt. Es gehe nicht nur um ein wichtiges Kulturgut; es sei auch „offensichtlich zu einer erheblichen Anzahl an Toten gekommen“, sagte ein Vize-Regierungssprecher am Montag in Berlin.
Der Fall zeige einmal mehr, wer bereit sei, über einen Frieden zu sprechen; das sei die Ukraine. Und wer anders agiere, das sei Russland. Es zeige, wie wenig die russische Seite an einer Beruhigung und einer Befriedung interessiert sei. Das Thema stehe auch auf der Agenda des G7-Gipfels, so der Sprecher.
Auch die UNESCO zeigte sich betroffen. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen verurteilte den Angriff auf das Kyjiwer Höhlenkloster verurteilt. Es handle sich um eines der bedeutendsten spirituellen und kulturellen Wahrzeichen der Ukraine, teilte die Unesco am Montag in Paris mit. Es seien erhebliche Schäden an der Kathedrale des Komplexes und an angrenzenden historischen Bauten zu befürchten.
„Die Beschädigung solcher Einrichtungen beraubt Gemeinschaften des Zugangs zu Kultur, Bildung und gemeinsamen Räumen, die für den Wiederaufbau und den sozialen Zusammenhalt unerlässlich sind“, hieß es in der Stellungnahme. Man sei bereit, die Schadensbewertung und die Ermittlung dringender Erhaltungsmaßnahmen zu unterstützen.
Das aus dem 11. Jahrhundert stammende Kloster gilt als das Wahrzeichen Kyjiws. Nach Angaben von Bürgermeister Witalij Klitschko wurden bei dem russischen Angriff in der Hauptstadt mindestens fünf Menschen getötet.
Texte: KNA | Symbolbild: Renovabis







