Bischöfe und Medien spekulieren schon lange über bevorstehende Auslandsbesuche des Papstes. Nun bestätigt der Vatikan gleich ein ganzes Reisepaket für dieses Jahr.
Papst Leo XIV. reist bald nach Spanien, Monaco und in mehrere afrikanische Länder. Wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte, wird das katholische Kirchenoberhaupt vom 13. bis 23. April nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea reisen. Bereits am 28. März unternimmt er einen eintägigen Kurztrip ins Fürstentum Monaco. Vom 6. bis zum 12. Juni besucht Leo XIV. Spanien. Dem Vernehmen nach sollen Stationen in Madrid und Barcelona sowie auf den Kanarischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria geplant sein. Die erste Auslandsreise des Papstes ging Ende 2025 in die Türkei und den Libanon.
Vor rund einer Woche hatte der Vatikan bereits Leos XIV. diesjährige Reiseziele innerhalb Italiens angekündigt. Den Auftakt bildet der Besuch von Neapel und Pompeji am ersten Jahrestag seiner Wahl, dem 8. Mai. Weitere Reiseziele in der ersten Jahreshälfte sind Acerra (23. Mai) und Pavia (20. Juni).
Am 4. Juli will Leo XIV. die Mittelmeerinsel Lampedusa besuchen, die für Migranten aus Nordafrika der nächstgelegene Punkt in Europa ist. Am 6. August will Leo XIV. in Assisi an den Feierlichkeiten zum 800. Todestag des heiligen Franziskus teilnehmen. Am 22. August soll er in Rimini bei einem großen Katholikentreffen sprechen.
Misereor-Chef: Papstbesuch ist Chance für Kamerun
Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, sieht in der angekündigten Papstreise nach Kamerun ein wichtiges Zeichen für die Bevölkerung. In dem Land gebe es seit 42 Jahren eine Diktatur. „Der Besuch in Kamerun wird vielen Menschen Luft verschaffen. Der Papst hat ein sicheres Gespür für blockierte Prozesse“, sagte Frick am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur.
Misereor freue sich mit den Menschen in Kamerun, so Frick weiter, der das Land Anfang Februar während einer Reise anlässlich der Misereor-Fastenaktion 2026 besucht hatte. „In Kamerun ist der Glaube stark, die Menschen dort können sich keine Hoffnungslosigkeit leisten. Papst Leo wird den großen Anliegen der Humanität, der Menschenwürde und gemeinsamen Verantwortung guten Raum verschaffen.“
Erwartet wird Leo den Informationen zufolge in der Hauptstadt Yaoundé, der Hafenmetropole Douala sowie in der Stadt Bamenda im Südwesten des Landes. Diese liegt in der anglophonen Region, wo sich seit nunmehr knapp zehn Jahren Angehörige der Armee und Separatistenbewegungen tödliche Kämpfe liefern. Die unsichere Lage wird von kriminellen Gruppen ausgenutzt. UN-Angaben zufolge gibt es aktuell mehr als 400.000 Binnenvertriebene.
Die Bewohner der Regionen Nordwest und Südwest sehen sich seit Jahrzehnten systematisch benachteiligt. Obwohl Englisch dort offizielle Sprache ist, entschied die Regierung von Langzeitherrscher Paul Biya (93) beispielsweise, in Gerichten und Schulen müsse Französisch gesprochen werden. Dialogversuche scheiterten bislang.
Texte: KNA | Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA







