Es waren brutale Nächte in der ukrainischen Hauptstadt. Viele Wohnhäuser, eine Hochschule und das ARD-Studio in Kyjiw wurden stark beschädigt. Dutzende Fenster und Türen des Kiewer Dominikanerklosters barsten durch den Einschlag einer russischen Rakete in der Nachbarschaft.
Bei den massiven russischen Luftangriffen auf die Ukraine am Pfingstwochenende ist auch das Dominikanerkloster in Kiew beschädigt worden. Eine Rakete habe am frühen Sonntagmorgen ein Nachbargebäude getroffen, teilte der Prior des Klosters, Petro Balog, auf Facebook mit. „Fast all unsere Fenster und Türen wurden zerstört, insgesamt mehr als 40.“ Manchmal habe es den Eindruck, dass in Russland „Wilde und nicht Menschen“ regierten, so Balog mit Blick auf die jüngsten Angriffe.
Nach Angaben des Leiters der ukrainischen Dominikaner-Provinz, Jaroslaw Krawiec, gab es auch Schäden an den Klosterzellen der Ordensleute, der Kapelle und Räumen des Thomas-von-Aquin-Instituts in Kiew. Die römisch-katholische Hochschule eröffnete 1992 und wurde 2000 der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin angegliedert. Die Ordensbrüder und ihre Gäste blieben demnach unverletzt.
Der russische Angriff in der Nacht zählt laut Behördenangaben zu den schwersten auf die ukrainische Hauptstadt seit Beginn der Offensive im Februar 2022. Rund 90 Marschflugkörper und ballistische Raketen sowie 600 Drohnen sollen gegen die Ukraine eingesetzt worden sein. In Kiew starben nach Angaben der Stadtverwaltung zwei Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt.
Journalistenverband verurteilt Zerstörung von ARD-Studio in Kyjiw
Auch das ARD-Studio in Kyjiw wurde bei den Angriffen weitgehend zerstört. Studioleiter Vassili Golod teilte in den Sozialen Medien Bilder von dem zerstörten Studio. „Die Ukraine hat einen der massivsten russischen Luftangriffe durchlebt. Hunderte Drohnen, Dutzende Raketen, Tote, Verletzte, heftige Zerstörung. Druckwellen haben auch das ARD-Studio Kyjiw erreicht. Unser Team ist zum Glück unverletzt. Die Statik des Gebäudes muss geprüft werden“, schrieb der Journalist dazu.
Auch die Deutsche Welle meldete Schäden an ihrem Büro durch den nächtlichen Angriff. Verletzte hat es laut Büroleiter Mykola Berdnyk ebenfalls nicht gegeben. Inzwischen hätten die Mitarbeiter wieder ihren Dienst aufgenommen. „Sie wissen, dass ihre Arbeit gerade in solchen Zeiten wichtiger denn je ist“, so Berdnyk.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) verurteilte die Zerstörung des ARD-Studios scharf. „Das war ein Angriff auf die Rundfunkfreiheit und die kritische und unabhängige Berichterstattung von Journalistinnen und Journalisten für die ARD über den brutalen Krieg“, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster am Sonntag.
Der DJV erklärte seine Solidarität mit Golod. Beuster erinnerte daran, dass in der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 immer wieder Reporterinnen und Reporter ums Leben kamen. Auch starben Journalisten in russischer Haft. „Das und der aktuelle Angriff auf das ARD-Studio zeigen, dass Russlands Diktator Wladimir Putin neben der Zivilbevölkerung die freie Berichterstattung im Visier hat“, so der DJV-Vorsitzende. Dieser Krieg müsse endlich aufhören.
Texte: KNA/KNA/weltkirche.de | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com






