Deutschland wirbt um Talente und Fachkräfte aus dem Globalen Süden. Doch zugleich drohen Einsparungen bei der Zusammenarbeit deutscher Hochschulen mit Unis in Afrika, Asien und Lateinamerika. Aus Sicht des DAAD ein dramatischer Verlust.
Deutsche Hochschulen müssen ihre Zusammenarbeit mit Hochschulen in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten drastisch einschränken. Das befürchtet jedenfalls der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).
Er warnte am Mittwoch in Bonn davor, dass geplante Kürzungen im Haushalt des Entwicklungsministeriums dazu führten, dass die Zusammenarbeit der Hochschulen mit Ländern des Globalen Südens vor dem Ende stehe. Das habe auch gravierende Folgen für die internationale Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik, die wissenschaftliche Zusammenarbeit und die Gewinnung von Fachkräften.
Im vergangenen Jahr förderte der DAAD nach eigenen Angaben die betroffenen Programme mit rund 25 Millionen Euro. Bis 2031 wären rund 60 Hochschulen in Deutschland vom Ende der Förderung betroffen. Gearbeitet werde in den Programmen zu Zukunftsthemen wie Energieversorgung, Wassermanagement, Gesundheit, Digitalisierung und Unternehmertum.
Weltweite Konkurrenz um Talente
Der DAAD fördert dabei nach eigener Darstellung die Entwicklung praxisnaher Studiengänge, den Ausbau gemeinsamer Forschung, die Ausbildung von Fachkräften sowie die Verbesserung des Managements von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen. In den vergangenen fünf Jahren erreichten die geförderten Hochschulprogramme laut DAAD fast 120.000 Menschen in knapp 60 Ländern. Rund 450 Partnerhochschulen und -institutionen weltweit waren daran beteiligt.
Nach aktuellen Plänen des Entwicklungsministeriums sollen bis 2031 alle DAAD-Programme zur Hochschulkooperation mit einer Ausnahme eingestellt werden, wie DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee mitteilte. „Wer diese Hochschulkooperationen abbaut, spart zwar kurzfristig Geld, schwächt zugleich aber Deutschlands internationale Handlungsfähigkeit in Wissenschaft, Wirtschaft und bei der Fachkräftegewinnung.“ Die entstehenden Lücken würden dann andere Staaten wie China, möglicherweise auch Russland füllen.
Deutschland konkurriere weltweit um Talente, Partner und wissenschaftliche Kooperationen, so der DAAD-Präsident. „Viele globale Herausforderungen lassen sich nur in enger Zusammenarbeit mit Partnern im Globalen Süden bewältigen“, sagte er. „Die Hochschulkooperationen schaffen dafür langfristige und internationale Netzwerke zwischen Hochschulen, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.“ Wer den Zugang zu diesen Netzwerken verliere, verliere auch wichtige Zugänge zu Innovationen, internationalen Partnern und Zukunftsmärkten.
Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de






