Die Kämpfe im Ostkongo erschweren die Bekämpfung von Ebola massiv. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation fordert deshalb einen Waffenstillstand.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, fordert wegen des Ebola-Ausbruchs einen Waffenstillstand im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Es sei wichtig, dass schnell medizinische Hilfe geleistet werden könne, erklärte Tedros nach seiner Ankunft in der kongolesischen Stadt Bunia.
In einem von der WHO am Donnerstagabend veröffentlichten Brief an die Menschen im Kongo bezeichnete der WHO-Generaldirektor die schwierige Sicherheitslage als größte Herausforderung im Kampf gegen Ebola. Allein im vergangenen Monat hätten die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen rund 100.000 Menschen vertrieben. „Wir können nicht helfen, solange Helfer um ihre Sicherheit und ihr Leben fürchten müssen“, erklärte er. „Ein Waffenstillstand, selbst ein kurzer, würde Leben retten.“
Für die derzeit grassierende Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine effektive Behandlungsmethode. Die Infektionskette kann daher laut WHO nur unterbrochen werden, wenn sich Infizierte und ihre Kontaktpersonen für mindestens drei Wochen isolieren.
Unterdessen teilte die UN-Kinderschutzorganisation Unicef mit, dass 100 Tonnen Hilfslieferungen aus der Europäischen Union am Abend Bunia erreicht hätten. Darunter seien etwa Schutzausrüstungen für Helfer, Medikamente und Hygieneartikel. Die Lieferung soll rund 100.000 Menschen in einer Region unterstützen, in der die humanitäre Lage ohnehin durch gewaltsame Auseinandersetzungen schlecht sei, so Unicef. Auch Partner von Caritas international leisten vor Ort Hilfe.
MEDBOX: Ebola & Marburg-Toolbox für Praktiker
Text: KNA | Bild: weltkirche.de (Daten Hintergrundkarte: OpenStreetMap-Mitwirkende)







