Evakuierte, gestrichene Flüge, verletzte Passanten. Ein Taifun trifft China schwer. Ein Ende der schweren Regenfälle ist noch nicht in Sicht.
Der bisher für China stärkste Taifun des Jahres ist am Sonntag mit Stürmen und Wolkenbrüchen über den Süden des Landes und das benachbarte Hongkong gezogen. Lokalen Medienberichten zufolge mussten bereits rund 700.000 Menschen evakuiert werden. Die nationale Kommission für Katastrophenprävention rief die zweithöchste Warnstufe aus.
Massiv beeinträchtigt das Unwetter den Flugverkehr. In den Wirtschaftsmetropolen Guangzhou und Shenzhen wurden laut Berichten mehr als 700 Flüge abgesagt.
Betroffen war auch die 80 Kilometer vom Epizentrum des Taifuns gelegene Millionenstadt Hongkong. Am internationalen Flughafen der asiatischen Finanzmetropole saßen in der Nacht zu Sonntag laut Hongkonger Medien mehr als 2.000 Passagiere fest, nachdem 350 Flüge abgesagt worden waren. In der Stadt stürzten zudem Bäume um; Passanten wurden verletzt.
Dritter Taifun in diesem Jahr
Die Regierung stellte eigenen Angaben zufolge bisher umgerechnet 13 Millionen Euro als Soforthilfe für die betroffenen Regionen bereit. Der Schwerpunkt werde auf der Reparatur beschädigter Infrastruktur, Schulen, Krankenhäuser und anderer öffentlicher Einrichtungen liegen, hieß es.
Laut chinesischen Medien war Noul der dritte und zugleich stärkste Taifun, der China in diesem Jahr bisher traf. Es wird erwartet, dass der Taifun abgeschwächt ins Landesinnere zieht und den Provinzen Henan, Jiangxi, Hunan und Hubei starken Wind sowie heftige Regenfälle bringt. Aufgrund der langsamen Bewegung des Sturms dürften die Regenfälle bis in den Dienstag hinein anhalten.
Taifune entstehen im nordwestlichen Pazifik und richten bei dem Auftreffen auf Land auf den Philippinen, in Vietnam, Taiwan und Südchina immer wieder schwere Schäden an. Die Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel führt Stürmen mehr Energie zu. Die Wissenschaftler des Weltklimarats der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel zu stärkeren Extremniederschlägen bei heftigen tropischen Wirbelstürmen beigetragen hat.
Text: KNA | Bild: TOimages/stock.adobe.com







