Schriftzug "Ebola" vor Weltarte Bild: weltkirche.de (Daten Hintergrundkarte: OpenStreetMap-Mitwirkende)

Caritas: Ebola-Ausbruch in Kongo kein Zufall

Das tödliche Ebola-Virus breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo rasant aus. Bereits 1.000 Menschen fielen ihm zum Opfer. Caritas international sieht in der maroden medizinischen Infrastruktur eine Ursache.

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo verbreitet sich auch deshalb so dramatisch und schnell, weil es in der Region keine funktionierende Gesundheitsfürsorge gibt. Zu dieser Einschätzung kommt die Hilfsorganisation Caritas international, die auch in der Krisenregion aktiv ist.

„Es ist kein Zufall, dass sich Ebola gerade dort jetzt so dramatisch schnell verbreitet“, sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, am Dienstag in Freiburg. Die Region sei durch den jahrelangen Bürgerkrieg „gemartert und geschwächt“; die staatliche Gesundheitsfürsorge fast nicht mehr existent. „Hunderttausende Menschen haben seit Jahren keinen oder nur völlig unzureichenden Zugang zu Krankenstationen oder Ärzten. Es fehlt deshalb jetzt an allem, was nötig wäre, um die Epidemie zu beenden.“

Das Ebolavirus verbreitet sich derzeit so schnell wie nie zuvor. Die Erkrankung verläuft oft tödlich. Gegen die grassierende Variante gibt es keinen Impfstoff. Entscheidend ist deshalb die Unterbrechung von Infektionsketten und das Isolieren der Erkrankten.

Müller betonte, während der Epidemie sei es sehr schwer, die Bevölkerung über Ansteckungswege und nötige Schritte gegen die Ausbreitung zu informieren. „Aber diese Aufklärungsarbeit ist jetzt dringender denn je. Und dazu müssen wir das Vertrauen der Menschen gewinnen – und nicht bloß Handzettel verteilen.“

Wichtig sei beispielsweise darüber aufzuklären, dass die traditionellen Bestattungsriten, bei denen die Trauernden den Körperkontakt zum Verstorbenen suchen, enorme Ansteckungsrisiken bergen. „Aber das zu ändern, wäre ein tiefgreifender kultureller Wandel für die Menschen“, sagte Müller.


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Text: KNA | Bild: weltkirche.de (Daten Hintergrundkarte: OpenStreetMap-Mitwirkende)

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