Auch Angehörige von Demokratie-Aktivisten geraten in Hongkong ins Visier der Justiz. Jetzt hat ein Gericht den Vater von Anna Kwok zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.
Ein Gericht in Hongkong hat am Donnerstag den Vater einer im Exil lebenden Demokratie-Aktivistin zu acht Monaten Haft verurteilt. Grundlage dafür war Medienberichten zufolge ein für die Stadt geltendes Sicherheitsgesetz. Kwok Yin-sang, Vater der Aktivistin Anna Kwok, war bereits am 11. Februar für schuldig befunden worden, durch die Auflösung einer Versicherung seiner Tochter direkt oder indirekt über Gelder, Vermögenswerte oder wirtschaftliche Ressourcen einer flüchtigen Person verfügt zu haben.
Bei der Verkündung des Strafmaßes räumte der Vorsitzende Richter Andy Cheng laut Berichten Hongkonger Medien zwar ein, Kwok habe nichts getan, was die nationale Sicherheit unmittelbar gefährdet habe, berichteten Hongkonger Medien. Kwoks Vergehen könnte aber die Wahrscheinlichkeit erhöht haben, dass seine Tochter nicht nach Hongkong zurückkehre, um sich vor Gericht zu verantworten. Das erschwere die Möglichkeiten der Justiz, Handlungen zu verhindern, die die nationale Sicherheit gefährdeten.
Anna Kwok gehört zu den führenden Köpfen der Demokratiebewegung in Hongkong, lebt mittlerweile in Washington und leitet den „Hong Kong Democracy Council“. Auch gehört sie zu den 34 im Exil lebenden Demokratieaktivisten, nach denen die Hongkonger Staatssicherheitspolizei sucht. 2023 setzte Hongkong ein Kopfgeld auf Anna Kwok und sieben weitere geflohene prodemokratische Aktivisten aus.
Text und Bild: KNA






