Person steht hinter einem Zaun. Symbolbild Menschenhandel, Menschenrechte, Lager, Gefängnis_Gefangenschaft Bild: Siam/stock.adobe.com

Experten fordern mehr Hilfe für Opfer von Menschenhandel

Deutschland macht Fortschritte im Kampf gegen Menschenhandel. Dennoch fehlen in vielen Bereichen weiterhin Hilfe und Schutz für Betroffene, sagen Experten. In einem Feld gibt es demnach sogar einen Rückschritt.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte fordert mehr Hilfsangebote für Opfer von Menschenhandel in Deutschland. Die Zahl der Betroffenen sei alarmierend hoch, doch flächendeckende Unterstützung fehle, erklärte das Institut am Donnerstag mit der Veröffentlichung seines Berichts „Monitor Menschenhandel in Deutschland 2026“. Gleichwohl habe Deutschland seit 2024 wichtige Fortschritte bei der Bekämpfung von Menschenhandel gemacht, etwa durch Schulungen bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit.

Die häufigsten Ausbeutungsformen in Deutschland sind laut Bericht sexuelle Ausbeutung und Arbeitsausbeutung. Ausbeutung durch Bettelei, das Begehen von Straftaten oder die Entnahme von Organen kämen ebenso vor wie Zwangsheirat, illegale Adoption und Leihmutterschaft.

Hohe Dunkelziffer aus

Wie viele Menschen in Deutschland von Menschenhandel betroffen sind, ist nicht bekannt. Was hingegen bekannt ist: Die Zahl der Fälle in Beratungsstellen und die Zahl der Betroffenen in Ermittlungsverfahren sind zwischen 2020 und 2024 gestiegen, auf 1.120 und 839. Die Experten gehen dabei von vielen Fällen aus, die nicht bekannt werden.

Das Institut kritisiert, dass in vielen Bundesländern spezielle Schutzeinrichtungen fehlten. Finanzierten 2022 noch acht Länder solche Wohnungen, waren es 2025 nur noch sieben. „Wer von Menschenhandel und Ausbeutung betroffen ist, muss Schutz und Beratung erhalten, egal ob in München, Bielefeld oder in Zwickau“, sagte die Leiterin der Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Instituts, Naile Tanis.

Das vom Bundestag finanzierte Deutsche Institut für Menschenrechte ist von der Bundesregierung damit betraut, die Umsetzung europäischer Regeln gegen Menschenhandel zu begleiten.

Text: KNA | Symbolbild: Siam/stock.adobe.com



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