Laut Schätzungen sind rund 40 Millionen Menschen auf der Welt Opfer von moderner Sklaverei und organisiertem Menschenhandel. Sie werden als Zwangsarbeiter und, vor allem Frauen und Kinder, als Prostituierte oder auch für den Organhandel ausgebeutet. Menschenhandel ist eine Straftat und eine Verletzung der Menschenrechte. Im Kampf gegen den Menschenhandel setzt die Kirche auf internationale und interreligiöse Zusammenarbeit. Ziel ist es, in Herkunfts- wie Zielländern die Opfer zu schützen, die Täter zu bestrafen, kriminelle Strukturen aufzudecken und zu beseitigen und die Öffentlichkeit aufzuklären.
Aktionsplan gegen Menschenhandel
Der Aktionsplan gegen Menschenhandel ist das Ergebnis eines Reflexionsprozesses unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bischofskonferenz und der Santa Marta Gruppe. Dieser Prozess führte Experten aus unterschiedlichen Bereichen in einigen Online-Veranstaltungen zusammen. Auf der Grundlage der Überlegungen dieser Fachleute schlägt der Aktionsplan neun Schlüsselempfehlungen vor, die nach Ansicht der Autoren unbedingt notwendig sind, um den Menschenhandel zu bekämpfen. Aus diesen sorgfältig ausgewählten Empfehlungen resultiert die Forderung nach konkreten Maßnahmen von staatlicher, gesellschaftlicher und individueller Seite. Der Aktionsplan wurde während der 1. Europäischen Santa Marta-Konferenz, die vom 8. bis 9. Februar 2022 stattfand, diskutiert und angereichert.
Im Sinne eines „gesamtgesellschaftlichen Ansatzes“ ist dieser Aktionsplan ein Gruppenprodukt und ein Angebot an diejenigen, die zusammenarbeiten wollen, um mit konkreten Maßnahmen einen systemischen Wandel hinsichtlich der Bekämpfung des Menschenhandels zu erreichen.
- Aktionsplan gegen Menschenhandel herunterladen (DE)
- Descargar Plan de acción contra la trata de personas (ES)
- Download Action Plan against Trafficking in Human Beings (EN)
- Télécharger Plan d’action contre la traite des êtres humains (FR)
- Baixe o plano de ação contra o tráfico de pessoas (PT)
Die AG Menschenhandel der Deutschen Bischofskonferenz
Katholische Organisationen und Hilfswerke, die sich im Kampf gegen den Menschenhandel in Deutschland engagieren, arbeiten seit 2014 auf Anregung der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz in der „Arbeitsgruppe Menschenhandel“ zusammen. 2019 wurde sie auch förmlich als Arbeitsgruppe der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtet. Den Vorsitz hat Weihbischof Ansgar Puff (Köln) inne. Die Arbeitsgruppe Menschenhandel ermöglicht es den beteiligten Organisationen, ihre Aktivitäten im Kampf gegen Menschenhandel und für die Anliegen der Betroffenen zu bündeln, zu koordinieren und ihre Expertise für politische Arbeit auf verschiedenen Ebenen aufzubereiten. Die Arbeitsgruppe unterhält eine Geschäftsstelle in Berlin.
Der AG Menschenhandel gehören folgende Organisationen an:
- SOLWODI – Solidarity with women in distress
- Deutsche Bischofskonferenz
- Deutscher Caritasverband
- Deutsche Kommission Justitia et Pax
- Fraueninformationszentrum FIZ im VIJ e.V.
- IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Deutschland e. V.
- Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung
- missio – Internationales Katholisches Missionswerk e.V. Aachen
Studien & Berichte
Global
- 2024 Trafficking in Persons Report (Tip Report USA)
- Caritas Europa-Publikationen: Human Trafficking
- Global Estimates of Modern Slavery
- Global Slavery Index
- Talitha Kum – Report 2023
- UNODC: Global Report on Trafficking in Persons 2024
- UN-Library: UNODC: Global Report on Trafficking in Persons 2012 – heute
- Vatikan: Pastorale Orientierungen zum Menschenhandel
National
Europäisch
Positionen und Diskussionspapiere
- Diskussionspapier der AG Menschenhandel: Vorschlag für ein Aufenthaltsrecht für Opfer von Menschenhandel unabhängig von einer Aussage in einem Strafverfahren (PDF)
- Positionen zur Umsetzung der Richtlinie 2011/36/EU zur Bekämpfung des Menschenhandels (PDF)
Weltgebetstag gegen Menschenhandel, jährlich am 8. Februar:
Organisationen & Links
Global
- Santa Marta Group
- Christian Organisations against Human Trafficking – COATNET
- Weltgebetstag gegen Menschenhandel am 8. Februar
- Thalita Kum – Netzwerk von Ordensfrauen gegen Menschenhandel
- WUCWO – World Union of Catholic Women’s Organisations
National
- Arbeitsgruppe Menschenhandel der Deutschen Bischofskonferenz
- SOLWODI – Solidarity with women in distress
- Aktionsbündnis gegen Frauenhandel
- IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Deutschland e. V.
- Fachberatungsstellen für Opfer von Frauenhandel
- Ware Mensch – Aktionsseite der Salvatorianer in Österreich
- KOK – Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V.
Dokumente des Vatikan
- Botschaften von Papst Franziskus zum Katholischen Welttag des Migranten und Flüchtlings
- Antworten auf die Bedürfnisse von Flüchtlingen und Migranten: 20 Handlungsschwerpunkte für die Global Compacts (2019)
- Pastorale Orientierungen zum Menschenhandel (2019)
- Pastorale Orientierungen für die interkulturelle Migrantenseelsorge (2022)
Relevante Rechtsinstrumente
Rechtsgrundlagen International (via KOK)
Rechtsgrundlagen in Deutschland (via KOK)
- AsylbLG
- Aufenthaltsgesetz
- StGB
- Bedenkfrist
- FreizügigkeitsG EU
- SGB II/XII
- Strafprozessordnung
- OEG
Bild: Tinnakom/stock.adobe.com
Das Thema Menschenhandel auf weltkirche.de:
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Bischofskonferenz macht auf Opfer von Menschenhandel aufmerksam
Zweimal im Jahr steht Menschenhandel besonders im Fokus. Während der allgemeine Welttag am 30. Juli begangen wird, ist es in der katholischen Kirche der 8. Februar. Die deutschen Bischöfe kritisieren „moderne Sklaverei“.
