Bundestag in Berlin, Eingangsbereich. Bild: dr/weltkirche.de

Organisationen: Kürzungen im Entwicklungsetat bedrohen weltweit Kindergesundheit

Mehrere Hilfswerke haben zehn Titel im Bundeshaushalt untersucht. Ihr Ergebnis: 500 Millionen Euro weniger für die Gesundheit von Kindern in vielen Teilen der Welt. Sie fordern den Bundestag zum Handeln auf.

Im Bundeshaushalt 2027 drohen nach Berechnungen mehrerer Hilfsorganisationen erhebliche Kürzungen bei der Finanzierung der weltweiten Kindergesundheit. Bei zehn entsprechenden Haushaltstiteln vor allem im Entwicklungsetat sinken die Mittel netto um 500 Millionen Euro, wie Medmissio in Würzburg, die katholischen Hilfswerke Misereor und „Die Sternsinger“ in Aachen sowie das Aktionsbündnis gegen Aids in Berlin am Freitag mitteilten. Sie forderten, dass der Bundestag gegensteuern müsse.

Mit den geplanten Kürzungen drohen, nach Worten der Organisationen, medizinische Leistungen für eine grundlegende Gesundheitsversorgung wegzufallen. Dazu gehörten Impfungen gegen Kinderkrankheiten, Vorsorgeuntersuchungen, die Behandlung von Krankheiten, notwendige Medikamente und therapeutische Spezialnahrung.

Konkret wird zum Beispiel das Risiko genannt, bei Frauen könne eine Schwangerschaftsdiabetes unentdeckt bleiben oder eine mögliche HIV-Übertragung von der Mutter auf das Baby nicht rechtzeitig erkannt werden. Besonders gefährdet seien Kinder im Südsudan, in Pakistan, im Tschad und in der Demokratischen Republik Kongo.

Deutschland trage über Programme, internationale Organisationen und Fonds zur Finanzierung von Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheit bei, hieß es. Mit erneuten Kürzungen wachse das Risiko, dass weniger Kinder erreicht und vermeidbare Erkrankungen und Todesfälle nicht verhindert würden. Die Organisationen fordern eine verlässliche Finanzierung. Auch zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten wie beispielsweise Schuldenumwandlungen sollten genutzt werden.

Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de

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