Der Norden Nepals wird immer wieder von Überschwemmungen betroffen. Oft sind Ausbrüche von Gletscherseen durch Eisschmelze die Ursache. Durch den Klimawandel werden sie häufiger.
Nach der schweren Sturzflut in Nepal stellt Caritas international Geld für Sofortmaßnahmen bereit. Nepalesische Caritas-Partnerorganisationen evaluierten aktuell das Ausmaß der Zerstörung und bereiteten die Ersthilfe vor, teilte das Hilfswerk am Mittwoch in Freiburg mit. Caritas international unterstütze diese mit einer Soforthilfe von 50.000 Euro.
Auch Partner von Missio München starteten ihr Nothilfemaßnahmen. „Es sind irreparable Schäden entstanden, und die Zahl der Toten ist massiv“, berichtet Missio-Projektpartner Silas Bogati aus Nepal. Der Priester ist der Apostolische Administrator für das Vikariat Nepal und leitete zuvor viele Jahre die Caritas Nepal. Das Hilfswerk mit Sitz in München kündigte an, 40.000 Euro für Nothilfe bereitzustellen, von denen beispielsweise Lebensmittelpakete und Gerätschaften für die Essensausgabe beschafft werden sollen.
Die Organisation Collective Campaign vor Peace startete derweil Nothilfeaktivitäten, mit Schwerpunkt in den Distrikten Rasuwa und Nuwakot. Das Hilfswerk Misereor stellte seinem Partner dafür zunächst 20.000 Euro als Soforthilfe bereit, um in einem ersten Schritt 200 Haushalte mit Lebensmitteln und Hygienekits zu versorgen. „Zunächst muss gesichert werden, dass die Menschen in den besonders betroffenen Distrikten Rasuwa, Nuwakot und Dhading im Norden Nepals nahe der Grenze zu China in den nächsten Tagen und Wochen überleben können“, so Elmar Noé, Asien-Abteilungsleiter bei Misereor.
Eine schwere Sturzflut hatte in Nepal Häuser, Straßen, Brücken und Gewerbe zerstört. Hunderte Menschen werden noch vermisst, viele Menschen kamen ums Leben. Auch mehrere Wasserkraftwerke zur Stromversorgung des Himalaya-Staates seien betroffen, berichteten am Mittwoch Medien aus Nepal.
Nothilfe angelaufen
Die Sturzflut brach am Mittwochmorgen über den Fluss Bhotekoshi im Gebirgsmassiv Langthang Himal nahe der Grenze zu Tibet herein. Nach ersten Einschätzungen des Katastrophenschutzes (NDRRMA) wurde die verheerende Flut durch den Bruch eines natürlichen Damms auf der tibetischen Seite ausgelöst, der zuvor durch einen Erdrutsch entstanden war. Derzeit untersuche man, ob der Ausbruch eines Gletschersees Ursache für den Erdrutsch war. Durch steigende Temperaturen kommt es weltweit immer wieder zu ähnlichen Katastrophen.
Die Regierung von Premierminister Balendra Shah hat Einheiten der Armee für Such- und Rettungseinsätze mobilisiert. Medizinische Teams, Pfadfinder und das Rote Kreuz wurden für Hilfsmaßnahmen ins Katastrophengebiet entsandt. Auch kündigte das katholische Hilfswerk Caritas Nepal auf Facebook Hilfe für die Betroffenen an. Die Behörden appellierten an die Bewohner am Fluss Trishuli, in den der Bhotekoshi mündet, sich in sicherere Gebiete zu begeben.
Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wurden auch in Tibet Straßen-, Kommunikations- und Stromverbindungen beschädigt oder zerstört. Präsident Xi Jinping habe „umfassende Anstrengungen“ zur Suche und Rettung von Vermissten angeordnet.
Der Distrikt Rasuwa im Norden Nepals ist ein bekanntes Trekkingziel. Die Region ist berühmt für ihre spektakulären Himalaya-Landschaften, zahlreiche Bergseen und das „Tal der Gletscher“ genannte Langtang-Tal mit seinen gewaltigen Eismassen.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, zeigte sich bestürzt von den Bildern aus Nepal. „Meine Gedanken und Gebete sind in dieser Stunde bei den Menschen, die durch diese verheerende Katastrophe ihr Leben verloren haben, bei ihren Angehörigen und bei allen, die noch um das Schicksal der Vermissten bangen“, erklärte der Bischof von Münster in Sozialen Medien. Das Gebet gelte auch den Rettungskräften, die unter schwierigen Bedingungen alles daran setzten, Menschenleben zu retten und Hilfe zu leisten.
Währenddessen bewegt sich die Flutwelle weiter in Richtung Tiefland. Man beobachte daher auch die Situation in den Regionen bis nach Nordindien, in die sich die Flutwelle des Flusses weiterbewege, betont Misereor-Experte Noé.
Text: KNA | Bild: KNA-Bild
27.08.2026: Nothilfe Misereor und Missio Aachen hinzugefügt /dr







