Sahelzone / Dürre / Wüste: Vertrocknete Pflanzen liegen im Sand. Bild: KNA-Bild (2001)

Club of Rome warnt vor weltweiter Ernährungskrise

Im vergangenen Jahrzehnt gab es gute Fortschritte bei der Hungerbekämpfung in der Welt. Doch Corona und Kriege machten vieles zunichte. Der Expertenkreis Club of Rome fürchtet nun eine neue Ernährungskrise, die alle betreffen könnte.

Klimawandel, Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, Blockaden in der Straße von Hormus – multiple Krisen setzen das weltweite Ernährungssystem schwer unter Druck. Der Club of Rome warnt, dass hinter Pandemie und Kriegen eine neue, globale Ernährungskrise droht, „mit potenziell weitreichenderen Folgen als beide“. Diese werde zunächst Länder mit geringem und mittlerem Einkommen betreffen, schlussendlich aber „alle bedrohen, die vom derzeitigen Ernährungssystem abhängen“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des internationalen Thinktanks.

Besonders bedrohlich ist aus Sicht der Experten, dass nicht alle Folgen der Krisen direkt sichtbar sind, und sie sich sogar gegenseitig verschlimmern. „Einzeln betrachtet ist jede dieser Belastungen schon ernst. Zusammengenommen erzeugen sie eine systemische Krise, die nicht mehr verstanden, geschweige denn behoben werden kann, wird nur ein einzelner Faktor davon betrachtet.“ So leide der Agrarbereich ebenso unter der klimatischen Veränderung wie auch unter der Abhängigkeit von Treibstoff und industriellem Dünger, die beide immer teurer und teilweise schwerer verfügbar seien.

Neben der Lösung der aktuellen Krisen dringt der Club of Rome auch auf einen fundamentalen Umbau der globalen Landwirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit. Dazu gehörten ein Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien sowie auf eine „regenerative Lebensmittelproduktion, die das Naturkapital wiederaufbaut, anstatt es zu erschöpfen“. Mit Blick auf den von der Ernährungskrise besonders betroffenen Globalen Süden fordert das Expertengremium zudem eine Stärkung der lokalen Handelswege, um die Abhängigkeit der dortigen Bauern vom derzeit unbeständigen Weltmarkt zu verringern.

Der Club of Rome mahnt, dass das beschriebene Szenario nicht erst in „einer weit entfernten Zukunft“ sondern schon bei den Ernten im kommenden Jahr drohe. Die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft dürften deswegen nicht vor sofortigen und großen Investitionen in den Agrarbereich zurückschrecken. „Die Wahl, vor der wir stehen, ist eindeutig. Noch haben wir sie – doch das Zeitfenster schließt sich. Wir können die Ernährungssysteme jetzt durch vergleichsweise geringe, gezielte Investitionen transformieren“, so die Experten, die betonen: „Die Folgen der Krise werden die Kosten vorbeugenden Handelns bei Weitem übersteigen.“

Text: KNA | Bild: KNA-Bild (2001)



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