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Nigeria: Bischöfe fordern Freilassung entführter Schüler und Lehrer

Seit Mitte Mai werden 39 Kinder und sieben Lehrkräfte im Südwesten Nigerias von Banditen festgehalten. Die Kirche erneuert ihre Forderung nach bedingungsloser Freilassung.

Mehr als einen Monat nach der Entführung von 39 Schülerinnen und Schülern sowie sieben Lehrkräften im Südwesten Nigerias haben die katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan ihre sofortige Freilassung gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung zeigen sie sich tief besorgt über das Schicksal der Geiseln, die seit dem Überfall auf mehrere Schulen am 15. Mai in der Region Ahoro-Esinle im Bundesstaat Oyo von bewaffneten Banditen festgehalten werden.

Wie der Missionspressedienst Fides unter Berufung auf lokale Medien berichtet, befinden sich die Entführten unter schwierigen Bedingungen im Old Oyo Nationalpark. „Diese Kinder, die kaum begreifen, was ihnen widerfahren ist, leben seit über einem Monat unter extremen Bedingungen – ohne Dach über dem Kopf, ohne ausreichende Nahrung und den Elementen im Wald schutzlos ausgeliefert“, erklären die Bischöfe Sie fordern von den Entführern die sofortige und bedingungslose Freilassung der Schülerinnen und Schüler.

Bei dem Überfall auf wurden laut Fides-Informationen drei Menschen getötet, darunter zwei Lehrkräfte. Einer von ihnen soll nach seiner Entführung im Wald enthauptet worden sein. Die Bischöfe sprechen von Verbrechen, die „die Ruhe und Unschuld der Menschen im Südwesten Nigerias“ verletzten und „absolut keinen Platz“ in der Gesellschaft hätten.

Immer wieder Massenentführungen aus Schulen

Zugleich fordern die Oberhirten von Ibadan, Ekiti, Ilorin, Ondo und Oyo die staatlichen Behörden auf, die Sicherheit der Bevölkerung wirksamer zu gewährleisten. Kritisch äußern sie sich zur Politik, sogenannte „reumütige Banditen“ wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Eine solche Praxis untergrabe das Vertrauen in den Rechtsstaat, solange Opfer und ihre Familien kaum Unterstützung erhielten. „Die fortgesetzte Wiedereingliederung sogenannter reumütiger Krimineller in Polizei und Gesellschaft, während die Opfer von Verbrechen und ihre Familien vernachlässigt oder verachtet werden, beschädigt das Ansehen der Justiz“, heißt es laut Fides in der Erklärung.

Unterdessen haben Gewerkschaften und Bürger in Ibadan den Angaben zufolge gegen die anhaltende Unsicherheit protestiert und ein entschlosseneres Vorgehen der Regierung gefordert. Nach Medienberichten verlangen die Entführer inzwischen entweder ein Lösegeld oder die Freilassung inhaftierter Komplizen.

Massenentführungen von Schülerinnen und Schülern gehören seit Jahren zu den schwerwiegendsten Sicherheitsproblemen Nigerias. Internationale Aufmerksamkeit erregte 2014 die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Chibok. Erst Mitte Juni dieses Jahres verurteilte ein Bundesgericht fünf Männer wegen der Entführung von 230 Schülerinnen und Schülern einer katholischen Schule in Papiri zu jeweils 25 Jahren Haft.

Text: weltkirche.de mit Information von Fides | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com

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