Messungen zeigen: Der afrikanische Kontinent erwärmt sich schneller als andere Weltregionen. Die Extremereignisse häufen sich. Dabei fehlen in den meisten Ländern immer noch lebensrettende Frühwarnsysteme. Welche Folgen hat der Klimawandel in Afrika schon heute?
Extremwetter und Ereignisse in Zusammenhang mit dem Klimawandel haben im vergangenen Jahr in Afrika mindestens 13 Millionen Menschen betroffen. Mehr als 3.000 Todesopfer seien darauf zurückzuführen, heißt es in einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Auswirkungen der Klimaveränderung zeigten sich in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen Afrikas. Der Kontinent könne die Folgen nur schwer bewältigen.
Lediglich 40 Prozent der Länder besäßen lebensrettende Frühwarnsysteme für unterschiedliche Gefahren, schreiben die Fachleute im Bericht „State of the Climate in Africa“, der jährlich von der UN-Behörde herausgegeben wird. Er trägt Bewertungen von nationalen meteorologischen und hydrologischen Diensten, Klimazentren und wissenschaftlichen Partnerorganisationen zusammen und soll politischen Entscheidungsträgern als Handreichung dienen.
Demnach erwärmt sich der afrikanische Kontinent schneller als die Erde im Ganzen; seit 1991 nahm das Tempo weiter zu. Je nach verwendetem Datensatz war 2025 für Afrika das siebtwärmste oder sogar drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
Überschwemmungen, Dürren und ein ansteigender Meeresspiegel
Die Gletscher Afrikas verloren seit dem späten 19. Jahrhundert laut dem Bericht mehr als 90 Prozent ihrer Fläche. Auf dem Kilimandscharo schmolz die Gletscherfläche von 11,4 Quadratkilometern im Jahr 1900 auf weniger als einen Quadratkilometer. Auch die Meereserwärmung und die Versauerung der Ozeane, die marinen Ökosystemen schadet, schreiten den Angaben zufolge voran. Der Meeresspiegel stieg an einigen Küsten Afrikas stärker als im globalen Schnitt.
Als Beispiele von Extremwetterereignissen nennt der Bericht schwere Überschwemmungen in Nigeria im Mai mit über 200 Todesopfern und Hochwasser im Kongo im April mit 160 Toten. Von Dürre waren vergangenes Jahr mehr als 8,5 Millionen Menschen in Ostafrika betroffen. Die Wirbelsturmsaison 2024/2025 verlief im südlichen Indischen Ozean besonders heftig.
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo erklärte, die Anzeichen des Klimawandels seien in ganz Afrika deutlich erkennbar. „Dieser Bericht verdeutlicht nicht nur das Ausmaß der Risiken, sondern auch die wachsende Bedeutung von Frühwarnungen, Klimadiensten und koordinierten Maßnahmen zum Schutz von Menschenleben und Lebensgrundlagen“, sagte sie.
Text: KNA | Bild: KNA-Bild (2001)







