Seit vier Jahren dokumentiert eine Meldestelle Fälle von Antiziganismus. Die Zahlen zeigten deutlich, dass es sich bei der Ablehnung von Sinti und Roma nicht um ein Randphänomen handele, sagt der Geschäftsführer.
Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus verzeichnet für 2025 eine erneute Zunahme von gegen Sinti und Roma gerichteten Fällen. Wie aus dem am Dienstag vorgestellten vierten Jahresbericht der Stelle hervorgeht, stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um ein knappes Viertel von 1.678 auf 2.076. „Unsere Zahlen zeigen deutlich, dass Antiziganismus in Deutschland kein Randproblem ist, sondern alltägliche, gesellschaftliche Realität“, sagte der Geschäftsführer Guillermo Ruiz.
Die Lage sei sehr besorgniserregend. Immer mehr Sinti, Roma und andere von Antiziganismus betroffene Menschen berichteten über eine stetige Zunahme von Diskriminierung, Beleidigungen, Anfeindungen und Gewalt. „Antiziganismus darf nicht länger verharmlost oder übersehen werden“, forderte Ruiz.
In jedem dritten Fall, der sich gegen eine konkrete Person richtete, waren im vergangenen Jahr laut der Stelle Kinder und Jugendliche betroffen. Das beginne bereits in der Schule: So erhalte man regelmäßig Meldungen über Mobbing und Diskriminierung durch Mitschüler und Lehrkräfte.
Die Zahlen aus dem Jahresbericht basieren auf der bundesweiten Arbeit der Bundesgeschäftsstelle sowie von sechs regionalen Meldestellen in Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein. Die steigende Zahl der Meldungen kann auch damit zusammenhängen, dass die Meldestellen bekannter werden.
Text: KNA | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com






