Schriftzug Gen Z Bild: weltkirche.de (Daten Hintergrundkarte: OpenStreetMap-Mitwirkende)

Missio: Junge Menschen treiben gesellschaftlichen Wandel voran

Junge Menschen spielen in vielen Ländern Afrikas und Asiens eine wichtige Rolle bei gesellschaftlichen und politischen Veränderungen. Darauf weist das katholische Hilfswerk Missio München mit Blick auf aktuelle Entwicklungen unter anderem in Madagaskar, Bangladesch, Nepal und Kenia hin.

„Die Stimmen der jüngeren Generation werden oft überhört“, sagt Missio-Präsident Wolfgang Huber. Dabei engagierten sich viele junge Menschen für bessere Lebensbedingungen, Bildungschancen, Gesundheitsversorgung und politische Teilhabe. Insgesamt ist Afrika aktuell der jüngste Kontinent. Nach Missio-Informationen ist die Hälfte der Bevölkerung Afrikas jünger als 20 Jahre alt.

Besonders deutlich wurde die gesellschaftliche Bedeutung junger Menschen zuletzt in Madagaskar. Dort beteiligten sich viele Angehörige der sogenannten Generation Z bzw. Gen Z , also jene, die zwischen 1995 und 2012 geboren sind, an den Protesten gegen die Regierung im Herbst 2025, die schließlich zum Rücktritt der damaligen Führung beitrugen. Die Hoffnungen auf einen politischen Neuanfang hätten sich in dem Land jedoch bislang nur teilweise erfüllt. Nach Recherchen des Missio-Magazins ist die junge Protestbewegung inzwischen gespalten. Zudem wurden Aktivisten festgenommen.

Oft überhört

Auch in anderen Ländern haben junge Menschen in den vergangenen Jahren politische Entwicklungen mitgeprägt. In Bangladesch trugen Protestbewegungen zum Ende einer langjährigen autokratischen Herrschaft bei. In Nepal führten Demonstrationen gegen Korruption und Vetternwirtschaft zum Rücktritt der Regierung. In Kenia protestierten junge Menschen gegen umstrittene Gesetzesvorhaben.

Huber verweist zudem auf die Bedeutung junger Christinnen und Christen. In vielen Ländern des globalen Südens habe die Kirche ein deutlich jüngeres Profil als in Europa. „Ihr Einsatz für mehr Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen ist oft tief im christlichen Glauben verwurzelt“, betont er.

Im Oktober 2026 wird Madagaskar Schwerpunktland des Monats der Weltmission sein. Das Land steht vor erheblichen Herausforderungen: Weite Teile der Bevölkerung leben in Armut, viele Menschen haben keinen verlässlichen Zugang zu Strom, Bildung oder Infrastruktur. Zugleich sieht Missio die Kirche dort als wichtigen gesellschaftlichen Akteur.

Text: weltkirche.de auf Basis von Missio M | Bild: weltkirche.de (Daten Hintergrundkarte: OpenStreetMap-Mitwirkende)


Neues Missio-Magazin online lesen


Mehr aus der Weltkirche


Weitere Weltkirche-Meldungen: