The ornate roof of the Taipei Confucius Temple. Bild: Moment Capsule/stock.adobe.com (Symbolbild)

Vatikan beginnt Dialog mit Konfuzianern

Mit den meisten Weltreligionen pflegt der Vatikan seit Jahrzehnten respektvolle Dialoge. Mit dem in China beheimateten Konfuzianismus tut er sich jedoch schwer. Nun soll es erstmals einen offiziellen Dialog geben.

Der Vatikan beginnt einen offiziellen interreligiösen Austausch mit Vertretern des Konfuzianismus. Der erste „Christlich-Konfuzianische Dialog für den Aufbau einer idealen Gesellschaft“ findet aktuell an der Sogang Universität im südkoreanischen Seoul statt, wie das vatikanische Presseamt am Samstag mitteilte. Die private Hochschule wird von Jesuiten betrieben.

Von katholischer Seite nehmen Vertreter der Vatikan-Abteilung für interreligiösen Dialog sowie der Koreanischen Bischofskonferenz teil. Der konfuzianische Beitrag wird über die „Korean Confucian Academy“ organisiert. Das Tagungsmotto lautet: „Ein neuer Himmel, eine neue Erde und Datong“. Der aus dem Konfuzianismus stammende Begriff steht für die „Große Einheit“ in einem Idealstaat.

Laut Ankündigung soll das Kolloquium ausloten, „wie diese beiden Traditionen gemeinsam Ideen für eine gerechtere, friedlichere und menschlichere Welt beitragen können“. Obwohl Christentum und Konfuzianismus auf unterschiedlichen theologischen und philosophischen Grundlagen fußten, bilde der gemeinsame Einsatz für Menschenwürde, moralische Integrität, verantwortungsvolle Führung und Gemeinwohl „einen fruchtbaren Boden für einen bedeutsamen Austausch“, so die Mitteilung des Vatikans.

Weitere Themen seien die Fragmentierung der Gesellschaft, moralische Ungewissheit, Umweltzerstörung und Kriege. Zum Abschluss werde ein Aufruf zu christlich-konfuzianischer Zusammenarbeit erwartet. Er könne „den Beginn einer dauerhaften Tradition des Dialogs zwischen den Anhängern beider Traditionen markieren“, hieß es.

Text: KNA | Bild: Moment Capsule/stock.adobe.com (Symbolbild Konfuzius-Tempel in Taiwan)

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