Papst Leo XIV. steigt aus dem Flugzeug am 27. November 2025 auf dem Flughafen in Ankara (Türkei). Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Seelsorger: Katholiken auf Kanaren freuen sich auf Papst

Erstmals reist ein Papst auf die Kanarischen Inseln. Papst Leo XIV. besucht im Juni Gran Canaria und Teneriffa. Ein Seelsorger vor Ort spricht von großer Vorfreude und erwartet ein Zeichen für Flüchtlinge.

Der geplante Besuch von Papst Leo XIV. auf den Kanaren stößt dort nach Angaben eines Kirchenvertreters auf große Resonanz. „Die Katholiken hier auf Gran Canaria und auf den gesamten Kanarischen Inseln vibrieren“, sagte der Seelsorger der katholischen deutschsprachigen Gemeinde auf Gran Canaria, Axel Werner, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Besuch am 11. und 12. Juni auf Gran Canaria und Teneriffa sei ein historisches Ereignis, da erstmals überhaupt ein Papst die Inselgruppe besuche.

Im Mittelpunkt der Reise soll das Thema Migration stehen. Geplant sind unter anderem ein Gottesdienst im Fußballstadion von Las Palmas mit rund 50.000 Teilnehmern sowie ein Besuch im Hafen von Arguineguín im Süden von Gran Canaria. Dort will der Papst ein Kreuz segnen, das aus Holz von Flüchtlingsbooten gefertigt wurde. Es soll an die gefährlichen Überfahrten vieler Migranten aus Afrika und an die zahlreichen Todesopfer erinnern.

Werner sprach von einer weiterhin angespannten Lage auf den Kanaren. Zwar habe die öffentliche Diskussion zuletzt nachgelassen, doch kämen weiterhin Migranten über die sogenannte Atlantikroute auf den Inseln an. Besonders betroffen sei inzwischen die kleine Insel El Hierro. „Die Welle hat nicht nachgelassen, sie ist allenfalls etwas abgeflacht“, sagte Werner. Die Überfahrt gelte als gefährlicher als die Mittelmeerroute.

Der Geistliche begrüßte, dass der Papstbesuch die Debatte über Migration erneut in den Fokus rücke. Es gehe darum, auf die „ungeheure Not“ und die Risiken aufmerksam zu machen, denen Flüchtlinge ausgesetzt seien. Zugleich würdige der Papst die Hilfsbereitschaft vieler Menschen auf den Kanaren. Nach Angaben Werners engagieren sich dort Kirche und Hilfsorganisationen seit Jahren bei der Versorgung von Migranten.

Dies sorge bei rechtsgerichteten Parteien teils für scharfe Kritik an der Kirche. „Von daher ist es sehr wichtig, dass der Heilige Vater durch seinen Besuch die Menschen einlädt, auf ihr Gewissen zu schauen und dann zu entscheiden“, sagte Werner.

In der deutschsprachigen katholischen Gemeinde werde der Besuch ebenfalls aufmerksam verfolgt. Wegen der touristischen Nebensaison rechnet Werner allerdings nur mit einer kleinen Gruppe von rund 20 Gemeindemitgliedern beim Papstgottesdienst.

Text: KNA | Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

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