Reem Alabali-Radovan, Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, am 23. Februar 2022 in Berlin. Bild: Birgit Wilke/KNA

Entwicklungsministerin: Brauchen religiöse Akteure für Frieden

Die große Mehrheit der Menschen weltweit fühlt sich einer Religion zugehörig. Für Ministerin Alabali Radovan ein umso größerer Grund, religiöse Akteure beim Streben nach Frieden einzubeziehen.

Für Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) spielt Religion im Wunsch nach Frieden eine entscheidende Rolle. „Über 80 Prozent der Menschen fühlen sich einer Religion zugehörig. Unsere Ziele einer gerechteren und friedlicheren Welt können wir deshalb nur erreichen, wenn wir religiöse Akteure einbeziehen“, sagte Alabali Radovan der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin zum Auftakt des Katholikentags. Dieser beginnt an diesem Mittwoch in Würzburg und geht bis Sonntag.

Der katholischen Kirche als größter und weiter wachsende Religionsgemeinschaft mit aktuell 1,4 Milliarden Mitgliedern komme dabei eine besondere Verantwortung zu, betonte Alabali Radovan. „Ihre Stärke liegt in ihrem Auftrag an der Seite der Ärmsten. Sie sind es, die unter den Folgen von Klimawandel, Entwaldung und Umweltverschmutzung zuerst und am stärksten leiden“, so die Ministerin. Erfolge könnten nur partnerschaftlich mit den Völkern der Welt erzielt werden.

Lob für Papst Leos Friedensbotschaft

Die Warnung von Papst Leo XIV. vor einer „Logik der Gegensätzlichkeit“ ist für Ministerin Radovan dabei eine wichtige Botschaft. „Wenn im Privaten wie im öffentlichen Raum immer nur das Trennende betont wird, macht das unsere Welt unsicherer und unberechenbarer. Es braucht deshalb den Mut, das Verbindende zu betonen, sich klar gegen Hass, Ausgrenzung und Gewalt zu stellen und den Frieden in den Mittelpunkt zu rücken“, sagte die Ministerin der KNA.

Weltweit würden Autokratien stärker und wachse die Zahl kriegerischer Konflikte. „In dieser Situation ist es umso wichtiger, sich mit starker Stimme eindeutig zum Frieden zu bekennen und am Grundsatz der Gewaltfreiheit festzuhalten“, betonte die Ministerin.

Der Katholikentag sei für sie ein Ort, an dem demokratisches Miteinander konkret gelebt werde. „Ich setze darauf, dass sich die Kirche in all ihrer Vielfalt – in den Gemeinden, den kirchlichen Verbänden und Organisationen – weiterhin stark für Demokratie und Menschenrechte einsetzt; dafür, dass die Würde des Menschen unantastbar ist“, so Alabali Radovan, die der mit Rom unierten chaldäisch-katholischen Kirche angehört.

Texte: KNA | Bild: Birgit Wilke/KNA (Archiv, 2022)

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