Der Konflikt im Nahost weitet sich aus. Hineingezogen werden Zivilisten und Länder, die viele Flüchtlinge beherbergen. Organisationen der internationalen Hilfe, der Vereinten Nationen und der Kirche rufen Halt.
Angesichts des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten rufen internationale Organisationen die kriegführenden Parteien zum Einhalten auf. Die Kampfhandlungen brächten Zivilisten in höchste Gefahr und drohten sich auf die gesamte Region und darüber hinaus auszuweiten, warnte die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric, am Montag in Genf. Auch die katholische Friedensorganisation Justitia et Pax Europa sowie UN-Organisationen für Flüchtlinge und Migranten mahnten zu einer Rückkehr zur internationalen Ordnung.
„Kein Land, so mächtig es auch sein mag, sollte sich über die grundlegenden Prinzipien des Völkerrechts und die Charta der Vereinten Nationen stellen“, erklärten die Ko-Präsidenten von Justitia et Pax Europa, Erzbischof Antoine Hérouard und Maria Hammershoy. Der Grundsatz der legitimen Verteidigung verlange, dass sämtliche friedlichen Mittel ausgeschöpft seien. Die beteiligten Parteien müssten „die moralische Verantwortung annehmen, die Spirale der Gewalt anzuhalten“, forderte die Organisation.
Das UNHCR äußerte sich besorgt über mögliche weitere Fluchtbewegungen in der Region. Viele von dem Konflikt betroffenen Länder beherbergten schon Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen. Weitere Gewalt drohe die humanitären Kapazitäten zu überfordern und die Aufnahmegemeinschaften unter zusätzlichen Druck zu setzen.
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) leben im gesamten Nahen Osten mehr als 16 Millionen Menschen als Vertriebene aufgrund von Konflikten und Katastrophen. Dies unterstreiche die Fragilität der Region und die Gefahr weiterer Instabilität. „Deeskalation ist eine humanitäre Notwendigkeit“, sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope.
Auch das Rote Kreuz erinnerte daran, dass die Bevölkerung bereits unter Folgen des Krieges leide. Alle Parteien hätten die Kriegsregeln einzuhalten. Zivilisten und zivile Einrichtungen seien von Kampfhandlungen zu verschonen, insbesondere Schulen und Krankenhäuser. Medizinisches Personal und Ersthelfer müssten unter allen Umständen ihre Arbeit sicher ausüben können und uneingeschränkten Zugang zu den Bedürftigen erhalten.
Jerusalemer Kirchen rufen zum Gebet für Frieden auf
Papst Leo XIV. hatte bereits vorgestern dazu aufgerufen, die „Spirale der Gewalt“ im Nahen Osten zu stoppen. Er verfolge mit großer Besorgnis die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten und im Iran in diesen dramatischen Stunden, sagte der Papst am Sonntag auf dem Petersplatz. „Stabilität und Frieden lassen sich nicht durch gegenseitige Drohungen oder durch Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod bringen, erreichen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog.“
Kirchenvertreter im Heiligen Land haben angesichts des Iran-Kriegs alle Christen zum Gebet für Frieden und eine diplomatische Lösung aufgerufen. „In diesem Moment, der von Krieg und Konflikt bestimmt ist, laden wir die Gläubigen in aller Welt ein, die Hilfe Gottes für das unermessliche Geschenk des Friedens zu erbitten“, sagte der Franziskaner-Obere im Heiligen Land, Francesco Ielpo, am Dienstag. „Erbitten wir Gottes Hilfe, damit sich die Herzen bekehren und immer den Weg der Diplomatie einschlagen“, so der seit einem halben Jahr amtierende Franziskaner-Kustos in Jerusalem.
Text: KNA | Bild: Statement von Justitia et Pax Europa/Weltkirche.de-Montage mit CANVA







