Der russische Angriffskrieg macht auch vor Kirchen, religiösen Bildungsstätten und Klöstern nicht Halt – manche werden sogar mehrfach getroffen. Welche Kirche besonders ins Visier geraten ist.
Russische Angriffe haben in der Ukraine seit Jahresbeginn Dutzende Kirchen und Klöster beschädigt oder zerstört. Das geht aus einer Statistik der Kiewer Nichtregierungsorganisation „Arbeitskreis für die wissenschaftliche Untersuchung von Religionen“ hervor. Den Angaben zufolge waren es seit Februar 2026 mehr als 60 Religionsstätten.
Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Sakralbauten, die dem seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine zum Opfer fielen, auf 807. Außerdem wurden den Angaben zufolge 13 religiöse Bildungseinrichtungen seit Kriegsbeginn im Jahr 2022 beschädigt oder zerstört.
Mehr als die Hälfte der von der NGO registrierten Gotteshäuser gehören der ukrainisch-orthodoxen Kirche (UOK): insgesamt 432. Diese Kirche unterstand bis Mai 2022 dem orthodoxen Moskauer Patriarchat, sagte sich dann aber wegen des Krieges von diesem los und erklärte sich für unabhängig.
Die anderen betroffenen religiösen Gebäude verteilen sich auf protestantische Glaubensgemeinschaften (207), die eigenständige Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU/83), die griechisch-katholische und römisch-katholische Kirche (insgesamt 37), jüdische Gemeinden (24) und acht islamische Stätten. In der Statistik enthalten sind außerdem 16 Objekte anderer Konfessionen.
Zwischen dem 2. Februar 2026 und dem 21. September 2026 fielen demnach 65 Sakralbauten dem Krieg zum Opfer. Betroffen waren wieder hauptsächlich Bauwerke der ukrainisch-orthodoxen Kirche, nämlich 37, aber etwa auch 13 protestantische, acht der OKU und sechs katholische.
Zahlreiche religiöse Gebäude seien im Krieg wiederholt beschädigt worden, so die NGO. In der Statistik würden Sakralbauten allerdings nur einmal aufgenommen und nicht erneut bei weiteren Angriffen. Rund 80 Gebäude wurden den Angaben zufolge vollständig zerstört. Mehr als 130 weitere seien so schwer beschädigt worden, dass sie nicht mehr instandgesetzt werden können.
Text: KNA | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com






