Mehr Malariafälle, mehr gefährdete Kinder: Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ schlägt Alarm. Kriege, Konflikte, Mittelkürzungen und der Klimawandel gefährden vielerorts die Gesundheitsversorgung – mit gravierenden Folgen, besonders für die Jüngsten.
Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ warnt vor einer Zunahme von Malaria-Todesfällen bei Kindern. Andauernde und immer wieder aufflammende Kriege und Konflikte sowie die weltweiten Klimaveränderungen verschlechterten die Gesundheitsversorgung von Kindern in Ländern der Einen Welt enorm. Das zeige sich auch an den seit einigen Jahren wieder ansteigenden Malariafällen, die besonders Kinder betreffen, erklärte das Hilfswerk vor dem Weltmalariatag am 25. April.
Der Weltmalariatag wird seit 2007 weltweit begangen, zuvor hatte es seit 2001 am gleichen Datum bereits den Africa Malaria Day gegeben. Dieser war in Erinnerung an die sogenannte Abuja Declaration on Roll Back Malaria in Africa vom 25. April 2000 eingeführt worden. „In einer krisenhaften Welt muss noch mehr auf die Resilienz der Gesundheitsversorgung, insbesondere für Kinder und Mütter, hingearbeitet werden“, fordert Pfarrer Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger‘.
Malaria ist eine der weltweit gefährlichsten Infektionskrankheiten und kann bei Kindern schwere Komplikationen hervorrufen und bis zum Tod führen. In Afrika beispielsweise betreffen nach Sternsinger-Informationen 76 Prozent der Malaria-Todesfälle Kinder unter fünf Jahren. Allein aus den Krisenländern Äthiopien und Yemen, aber auch Madagaskar und Ruanda, kommen den Angaben zufolge zusammengerechnet 58 Prozent der weltweiten Neuinfektionen. Andauernde Konflikte oder die spürbaren Folgen des Klimawandels verschlechtern dort die Gesundheitsversorgung von Mädchen und Jungen. Hinzu kommt, dass der Rückzug von USAID und die Kürzung der Entwicklungshilfe-Mittel einen besonderen Druck auf Programme zur Bekämpfung von Malaria, HIV und Tuberkulose ausüben. „Kinder haben ein Recht auf medizinische Versorgung. Mit den richtigen Medikamenten, einer rechtzeitigen Behandlung und zum Teil sehr kostengünstigen Maßnahmen wie Moskitonetzen ließen sich viele Malaria-Todesfälle vermeiden“, so Bingener.
WHO: Fortschritte stehen auf dem Spiel
Zum Welt-Malaria-Tag am Samstag ruft auch die Weltgesundheitsorganisation WHO zu neuen Anstrengungen gegen die Tropenkrankheit auf. In einer Mitteilung vom Freitag warnte die UN-Einrichtung in Genf vor Folgen der Kürzungen im Entwicklungssektor. So hätten von 64 WHO-Länderbüros in Malariagebieten mehr als die Hälfte mäßige oder schwere Beeinträchtigungen bei Vorbeugung und Therapie gemeldet. Auch instabile Gesundheitssysteme, Resistenzen und Folgen des Klimawandels sowie Armut, Konflikte und Fluchtbewegungen bremsten den Kampf gegen die Krankheit.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Geschichte der Malaria lehre „eine harte Lektion: Wenn wir unsere Aufmerksamkeit abwenden, kehrt die Krankheit zurück und fordert ihren höchsten Tribut unter den Schwächsten.“ Er fügte hinzu: „Dieselbe Geschichte zeigt uns auch, was möglich ist: Mit starkem politischem Engagement, nachhaltigen Investitionen, sektorübergreifenden Maßnahmen und dem Einsatz der Bevölkerung kann die Malaria besiegt werden.“
Ende der 1990er Jahre verständigten sich Staats- und Regierungschefs auf ein umfassendes Programm zur Bekämpfung der durch Stechmücken übertragenen Krankheit. Seit dem Jahr 2000 wurden nach WHO-Angaben mehr als 2 Milliarden Malariainfektionen und fast 13 Millionen Todesfälle verhindert. Inzwischen sind 47 Länder von der Weltgesundheitsorganisation als malariafrei zertifiziert, 37 Länder meldeten 2024 weniger als 1.000 Neuinfektionen.
Sternsinger unterstützen Partner bei Malaria-Prävention
Auch das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ selbst fördert verschiedene Gesundheitsprojekte und -einrichtungen, bei denen die Prävention und Therapie von Malaria fester Bestandteil sind. Im Bistum Wau im Südsudan unterstützt das Kindermissionswerk beispielsweise eine mobile Klinik von Salesianer-Schwestern. Die mobile Klinik ermöglicht auch die Behandlung von Kindern, die unter Malaria, Mangelernährung, Cholera und anderen lebensbedrohlichen Krankheiten leiden. Dafür fährt die Klinik zweimal pro Woche in die Dörfer der Umgebung und führt dort unter anderem Malaria-Tests durch. Im Daniel-Comboni-Krankenhaus in Wau ist nach Sternsinger-Informationen Malaria die häufigste Diagnose bei Kindern. Auch in Äthiopien und Ghana unterstützt das Hilfswerk der Sternsinger Gesundheitsprogramme, die Malaria bekämpfen.
Text: weltkirche.de mit Informationen des KMW | Bild: Damian Raiser/weltkirche.de






