Charnelle Kouemene vor ihrem Copyshop "Shine Design" am 7. Februar 2026 in Douala (Kamerun). Bild: Katrin Gänsler/KNA

Missio Aachen: Frauen in vielen Ländern doppelt diskriminiert

Das Hilfswerk Missio Aachen fordert mehr Aufmerksamkeit in der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik für die doppelte Diskriminierung, die viele Frauen aufgrund ihres Geschlechts und ihres Glaubens erfahren. Besonders Mädchen und Frauen im globalen Süden, die religiösen Minderheiten angehören, litten oft unter Benachteiligungen und Gewalt.

„Dieses Problem erfordert einen integrativen Ansatz, der Frauenrechte, Minderheitenschutz und Religionsfreiheit miteinander verbindet. Hierfür braucht es ein stärkeres Problembewusstsein und mehr Engagement in der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik“, appelliert Missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener mit Blick auf den Weltfrauentag am 8. März an die Bundesregierung.

Ob rechtliche Benachteiligung von Frauen aus religiösen Minderheiten, etwa bei Heirat oder Scheidung oder im Sorge- und Vormundschaftsrecht oder Nachteile im Bildungswesen, auf dem Arbeitsmarkt oder beim Zugang zu staatlichen Leistungen: Beispiele aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien verdeutlichen nach Ansicht des Hilfswerks die Dringlichkeit der Forderungen. Zudem würden Mädchen und Frauen aus religiösen Minderheiten auch überproportional oft Opfer von Menschenhandel, Entführungen, Zwangskonversionen oder Zwangsehen. Nicht selten werde sexualisierte Gewalt gezielt eingesetzt, um Minderheiten einzuschüchtern. Dabei gingen die Täter in vielen Fällen straffrei aus.

„Politisch muss noch deutlich mehr getan werden“, betont Missio-Chef Bingener weiter. Die Bundesregierung müsse das Thema auf internationaler Ebene ansprechen, etwa in der Entwicklungszusammenarbeit oder bei Regierungsgesprächen. Besonders wichtig sei es, im Zusammenhang geschlechtsspezifischer Verletzungen der Religionsfreiheit auf klare rechtliche Regelungen und eine wirksame Strafverfolgung hinzuwirken. „Länder wie Indien, Nigeria oder Pakistan werden für Deutschland immer bedeutsamer. Das bietet die Möglichkeit, sich stärker für die Rechte von Frauen, besonders aus religiösen Minderheiten, einzusetzen. Ein solcher Einsatz ist auch zentral für die politische Glaubwürdigkeit Deutschlands im globalen Süden“, so Pfarrer Bingener.

Nach eigenen Angaben hat Missio Aachen gemeinsam mit kirchlichen Partnerinnen und Partnern im globalen Süden selbst zahlreiche Hilfsangebote für betroffene Frauen geschaffen. Dazu gehören Frauenhäuser, Schutz- und Traumazentren sowie Bildungs- und Berufsprogramme. „Diese Angebote helfen Mädchen und Frauen aus religiösen Minderheiten, ihre Fähigkeiten zu entfalten und so selbstbewusster zu werden. Das stärkt sie auch gegen die verschiedenen Formen der Diskriminierung, denen sie ausgesetzt sind“, so Pfarrer Bingener.

Text: weltkirche.de auf Basis von Missio-Informationen | Bild: Katrin Gänsler/KNA

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