Auf der Straße steht mit grüner Sprühfarbe die Parole "Haushaltskürzungen gefährden die Bevölkerung", bei Protesten gegen das marode Bildungssystem in Frankreich am 29. September 2026 in Paris (Frankreich). Bild: Corinne Simon/KNA

Französische Bischöfe verurteilen gewaltsame Ausschreitungen

In Frankreich eskaliert es wie lange nicht mehr. Aus Protesten sind landesweit gewaltsame Ausschreitungen geworden. Die französischen Bischöfe verurteilen das; besonders der aus der Hauptstadt findet deutliche Worte.

Frankreichs katholische Bischöfe haben die teils gewaltsamen Ausschreitungen im Zuge der jüngsten Demonstrationen verurteilt und zur Mäßigung aufgerufen. „Die Szenen dieser Massenunruhen haben das Land in Erstarrung, Angst und Verwüstung gestürzt und damit viele Fragen über die tieferen Hintergründe dieser Krise eröffnet“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme der Französischen Bischofskonferenz.

Die Bischöfe sprechen ihre Unterstützung allen Betroffenen aus, den Verletzten sowie den Ladenbesitzern, die Opfer von Plünderung und Vandalismus geworden sind. Sie rufen alle Bürger Frankreichs auf, sich nicht vom „Radwerk dieser tödlichen Gewalt“ mitreißen zu lassen. „Unser Land verdient etwas Besseres.“ Es müsse dafür gebetet werden, dass Gerechtigkeit und Frieden wiederhergestellt würden.

Der Pariser Erzbischof Laurent Ulrich äußerte Bedauern, dass insbesondere in der französischen Hauptstadt der „legitime Ausdruck von Sorgen so vieler unserer Mitbürger“ zu Akten von „Plünderung und extremer Gewalt“ verkommen sei. „Wir können kaum glauben, dass dieselbe Stadt, die Papst Leo XIV. mit Freude und Harmonie begrüßt hat, nur einen Monat später zu einem Schauplatz dieser Gewalt wird.“

Ulrich erinnerte an den Beginn der Proteste, getragen von „jungen Menschen, die besorgt um ihre Zukunft sind und bestrebt, die Herausforderungen des Erwachsenwerdens so gut wie möglich anzunehmen“. Deren Anliegen seien durch die Ausschreitungen „unsichtbar und unhörbar“ geworden. In dieser Zeit sei es an den Katholiken, „Werkzeuge für Trost, Handwerker von Frieden und gegenseitigem Verständnis zu sein“, betonte der Erzbischof.

Text: KNA | Bild: Corinne Simon/KNA

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