Emmanuel Macron (l.), französischer Staatspräsident, Papst Leo XIV. und Kardinal Jean-Marc Aveline (r.), Vorsitzender der der französischen Bischofskonferenz (CEF), beim Treffen "An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit" am 28. September 2026 im Kongresszentrum "Robert Schuman" in Metz (Frankreich). Bild: Alessia Giuliani/CPP/KNA

Papst feiert in Metz Abschlussmesse für Gerechtigkeit und Frieden

Eine Grenzstadt mit schmerzhafter Geschichte, ein überraschender Staatsgast und eine Kathedrale als Symbol für interreligiösen Dialog: Die facettenreiche Frankreich-Reise des Papstes endet in Metz vielfältig.

Zum Abschluss seiner viertägigen Frankreich-Reise hat Papst Leo XIV. am Montag im Metzer Stephansdom eine Messe für Gerechtigkeit und Frieden gefeiert. Als er im offenen Papamobil zur Kathedrale fuhr, jubelten ihm 35.000 Menschen an den Straßenrändern zu.

An dem Gottesdienst nahm auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teil, wie das Präsidialamt am Morgen überraschend angekündigt hatte. In Paris war Macron wegen der seit 1905 geltenden Trennung von Staat und Kirche nicht bei den Messen des Papstes dabei gewesen.

In Lothringen und im Elsass gilt die strikte Laizität jedoch nicht, weil diese Landesteile 1905 noch nicht zu Frankreich gehörten. Neben Katholiken aus ganz Lothringen und dem Elsass waren auch zahlreiche Menschen aus den benachbarten Bistümern Luxemburg und Trier angereist, um den Papst zu sehen. Ihre jeweiligen Bischöfe, Kardinal Jean-Claude Hollerich und Stephan Ackermann, nahmen an der Messe teil.

In seiner Predigt sagte Leo XIV.: „Metz und das Département Mosel bezeugen der ganzen Welt, dass Versöhnung nur möglich ist, wenn man den Mut hat, die Kette des Grolls zu durchbrechen.“ Es erfordere Stärke und viel Ausgeglichenheit, sich nicht vom Bösen überwältigen zu lassen, insbesondere wenn die erlittenen Wunden tief sind.

„Harmonie der Unterschiede“

Gesetz, Gerechtigkeit und Frieden seien Etappen eines Weges der Bekehrung, der von einem persönlichen immer mehr zu einem gemeinschaftlichen Weg werde, mit dem Ziel einer Zivilisation, die den Menschen und seinen Schöpfer achte, sagte Leo XIV. in der Grenzregion zu Luxemburg und Deutschland. Auf diesen Werten sei das Europa, wie wir es kennen, aufgebaut worden, „noch vor seinem wirtschaftlichen und politischen Erbe“.

Die Ortskirche, die wegen ihres besonderen Status das Erbe eines „fruchtbaren Dialogs“ zwischen Zivilgesellschaft und Glauben bewahre, trage die Verantwortung, ein „lebendiges Laboratorium“ der Treue zu den christlichen Grundwerten Europas zu sein.

Als Sinnbild nannte er die Kathedrale selbst. Wegen ihrer rund 6.500 Quadratmeter großen Buntglasfenster wird sie „Laterne des lieben Gottes“ genannt. Zu den historischen Fenstern kamen im 20. Jahrhundert Werke des jüdischen Malers Marc Chagall hinzu. Sie machten die Kathedrale zu einem „außergewöhnlichen Symbol der Ökumene und des interreligiösen Dialogs“, so der Papst.

Das zeige, dass Gottes Licht die Besonderheiten nicht auslösche, sondern unterschiedliche Geschichten und Kulturen zu einem Mosaik des Friedens verbinde. So liege auch Europas Zukunft nicht in der Vereinheitlichung, sondern in der „Harmonie der Unterschiede“. Gerade in einer Zeit neuer Spaltungen und Konflikte sei ein solcher Friede dringend nötig, sagte der Papst. Metz solle daher ein „Leuchtfeuer der Hoffnung“ für Frankreich, Europa und die Welt sein.

Text: KNA | Bild: Alessia Giuliani/CPP/KNA

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