Bis zur Niederschlagung der Demokratiebewegung in Hongkong war die chinesische Sonderverwaltungszone der einzige Ort in China, wo des Massakers auf dem Tiananmen-Platz in Peking gedacht werden konnte. Nun nicht mehr.
Zu Haftstrafen von fünf bis sieben Jahren hat ein Gericht in Hongkong drei prominente frühere Organisatoren der jährlichen Mahnwachen zum Gedenken an das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking 1989 verurteilt. Chow Hang-tung, Lee Cheuk-yan und Albert Ho seien Anfang des Monats wegen Anstiftung zum Umsturz gemäß dem von Peking erlassenen nationalen Sicherheitsgesetz verurteilt worden, berichtet das Nachrichtenportal Hong Kong Free Press.
Das Trio leitete früher die inzwischen aufgelöste Hongkonger Allianz zur Unterstützung patriotisch-demokratischer Bewegungen in China. Sie veranstaltete die alljährlichen Mahnwachen zum Gedenken an die Toten vom Tiananmen-Platz. Gegen die Allianz selbst wurden umgerechnet 165.000 Euro Geldstrafe verhängt, die binnen drei Monaten zu begleichen sind, wie es hieß.
Die chinesische Volksbefreiungsarmee hatte am 4. Juni 1989 die von Studenten angeführten Demonstrationen für Demokratie auf dem Platz des Himmlischen Friedens gewaltsam niedergeschlagen. Schätzungen zufolge kamen Hunderte, womöglich Tausende Menschen ums Leben.
Seit Inkrafttreten des chinesischen Gesetzes zur nationalen Sicherheit im Juni 2020 wurden laut Hongkongs „Sicherheitsbehörde“ mehr als 400 Personen wegen Verdachts der Gefährdung der nationalen Sicherheit festgenommen. Gegen 212 Menschen wurde bislang förmlich Anklage erhoben; 182 Personen wurden verurteilt.
Text: KNA | Bild: KNA






