Rolf Lohmann, Weihbischof in Münster, am 26. September 2017 in Fulda. Bild: Harald Oppitz/KNA

Umweltbischof Lohmann: Klimaschutz duldet keinen Aufschub

Hitze macht Folgen klimaschädliches Handeln sichtbar: Extremwetter und niedrige Pegelstände zeigen laut Umweltbischof Lohmann dringenden Handlungsbedarf. Neben Umweltschutz und Klimaanpassung sieht er weitere Aufgaben.

Der Umweltbischof der Deutschen Bischofskonferenz hat die Politik aufgefordert, Umwelt- und Klimaschutz sowie die Anpassung an den Klimawandel auf die politische Tagesordnung zu nehmen. Beides dulde „keinen Aufschub“, sagte der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann anlässlich des Weltgebetstags für die Bewahrung der Schöpfung am Dienstag (1. September) laut Mitteilung. Er ergänzte: „Der Klimawandel ist dafür verantwortlich, dass Extremwetterperioden wie in diesem Sommer in den nächsten Jahren häufiger und intensiver auftreten werden.“

Lohmann hob hervor, durch die Hitze, die niedrigen Pegelstände der Flüsse, die verdorrten Äcker und brennenden Wälder der letzten Monate werde die Problematik des Ressourcenverbrauchs augenscheinlich. „Angesichts der ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen des Klimawandels müssen wir Konsequenzen für unser Handeln ziehen – auch beim Umgang mit KI. Der große Bedarf an Wasser sorgt heute bereits in vielen Regionen der Welt für Konflikte.“

Darauf weise auch Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika Magnifica Humanitas hin. Darin heißt es: „Aktuelle KI-Systeme erfordern große Mengen an Energie und Wasser, haben erhebliche Auswirkungen auf den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß und verbrauchen Ressourcen in großem Umfang.“ Daher sei es unerlässlich, nachhaltigere technologische Lösungen zu entwickeln, um die Umweltauswirkungen zu verringern und „unser gemeinsames Haus“ zu schützen.

Warnung vor Umwelt-Schäden durch Kriege

Lohmann wies außerdem auf durch Kriege hervorgerufene Umweltschäden hin: „Im Krieg werden Städte, Dörfer und Infrastruktur verwüstet. Artilleriefeuer, Brände und Schwermetallablagerungen zerstören Wälder, kontaminieren Böden und vergiften das Grundwasser.“ Der große Bedarf an Wasser sorge heute bereits in vielen Regionen der Welt für Konflikte.

Er ergänzte, Minen machten Lebensräume zu einer tödlichen Gefahr für Menschen und Tiere. „Hinzu kommt der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Kriegsführung – allein der Kraftstoffverbrauch von Kampfjets und Panzern ist immens.“ Das seien nur die unmittelbaren Folgen. Aufräum- und Aufbauarbeiten sowie die Regeneration von Ökosystemen dauerten oft „Jahre und Jahrzehnte“.

Papst Leo XIV. habe die Bibelstelle „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern“ als Ausdruck der Hoffnung als Motto des diesjährigen Weltgebetstags für die Bewahrung der Schöpfung ausgewählt. Er rufe damit zum „dringend nötigen Frieden weltweit“ auf. „Jeder Tote bedeutet das abrupte Ende eines Lebens, den Untergang einer Welt und einen nicht wiedergutzumachenden Verlust für die Angehörigen“, betonte Lohmann.

Text: KNA | Bild: Harald Oppitz/KNA


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