Religionsfreiheit gibt es im islamistisch regierten Iran de facto nicht. Auch die christliche Minderheit bekommt das zu spüren. Nun melden sich die UN wegen eines besonderen Falls zu Wort.
Die Vereinten Nationen kritisieren die Beschlagnahme von Kirchengelände in der iranischen Hauptstadt Teheran. Laut einer am Mittwoch in Genf veröffentlichten Mitteilung handelt es sich um das Areal der protestantischen Sankt-Peter-Kirche. Der letzte Bewohner sei am Sonntag vertrieben worden.
Den 20 dort lebenden Familien seien lediglich zwei Wochen Zeit gegeben worden, um ihre Wohnungen zu verlassen, so die UN-Fachleute. Die iranischen Behörden hätten den Kirchenverantwortlichen mit der Festnahme gedroht, sollte der Gebäudekomplex nicht vollständig geräumt werden. Man befürchte nun, dass es zu einem Abriss kommen könnte.
Derartige Zwangsräumungen seien mit den internationalen Menschenrechten unvereinbar, heißt es in der UN-Erklärung. Den Betroffenen drohe die Obdachlosigkeit: „Es war ihr Zuhause, ihre Schule, ihr Gotteshaus.“
Dies sei kein Einzelfall, gaben die Sachverständigen zu bedenken. Sie verwiesen auf zahlreiche ähnliche Maßnahmen gegen Christen im islamistisch regierten Iran. Von den einst 50 protestantischen Kirchen im Land, die meisten davon persischsprachig, sei heute praktisch keine mehr übrig. Dutzende Christen säßen wegen ihrer religiösen Überzeugungen in Haft.
Text: KNA | Bild: Julia Steinbrecht/KNA





