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Hilfswerke: Kürzungen bei Entwicklungshilfe haben sehr hohen Preis

Die Gelder für deutsche Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe werden seit einigen Jahren deutlich gekürzt. Aus Sicht des Entwicklungshilfswerks Misereor drohen dadurch mehr Armut, mehr Hunger, mehr Tote.

Die Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe haben nach Worten des katholischen Hilfswerks Misereor einen hohen Preis. „In Ländern mit hoher Armutsquote werden Menschen sterben und Hunger und vermeidbare Krankheiten zunehmen, ebenso Konflikte und Kriege, weil Hilfsprogramme und Entwicklungsprojekte enden“, sagte Hauptgeschäftsführer Andreas Frick der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.

„Wer in dieser Lage kürzt, spart kurzfristig im Bundeshaushalt – zahlt aber langfristig politisch, humanitär und gesellschaftlich einen hohen Preis“, fügte Frick hinzu. Auch andere Hilfswerke kritisieren die geplanten Kürzungen.

Das Bundeskabinett will an diesem Montag den Haushalt für 2027 beschließen. Weitere Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit sind wahrscheinlich. Seit 2023 wurde der Etat des Entwicklungsministeriums um beinahe 20 Prozent gekürzt. Die im Auswärtigen Amt angesiedelten Mittel für humanitäre Hilfe halbierte die Bundesregierung gegenüber 2024 auf rund eine Milliarde Euro.

Fast zwei Dutzend Hilfswerke, darunter Misereor, protestieren gegen die Kürzungen. Sie warnen in einem Dossier vor den Folgen. Bis 2030 könnten insgesamt 9,4 bis 22,6 Millionen vermeidbare Todesfälle nicht verhindert werden, darunter rund fünf Millionen Fälle bei Kindern unter fünf Jahren.

„Gerade jetzt, wo Krisen und Notlagen weltweit zunehmen, greifen die vorgesehenen Mittel spürbar zu kurz“, warnte auch die Organistaion Save the Children am Montagmorgen. Die Einschnitte stünden im klaren Widerspruch zum massiv steigenden Bedarf: „Derzeit sind rund 239 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Unterstützung angewiesen, doch aufgrund fehlender Mittel kann weniger als die Hälfte von ihnen erreicht werden.“

Vor allem Kinder litten unter der Ausweitung der Krisen, ergänzte Geschäftsführer Florian Westphal: „Sie brauchen dringend Lebensmittel, Trinkwasser und Gesundheitsversorgung, ein sicheres Zuhause und Bildung. Mit weiteren Kürzungen würden zahlreiche Kinder im Stich gelassen.“ Als eine der größten Volkswirtschaften der Welt müsse Deutschland sich „für mehr internationales Engagement einsetzen, anstatt sich einer rückwärtsgewandten Rotstift-Politik anzuschließen“.

Text: KNA | Bild: weltkirche.de-Fotos/Canva-Mockup

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