Agenda 2030: Maßnahmen zum Klimaschutz. Bild: dr/weltkirche.de

Kampf gegen Klimawandel geht voran – in kleinen Schritten

Bis Freitag dauern in Bonn die Zwischenverhandlungen zur nächsten Weltklimakonferenz (COP 31). Misereor sieht Fortschritte: Es gehe in Richtung Umsetzung – auch wenn längst nicht alle finanziellen Fragen geklärt sind.

In den Kampf gegen den Klimawandel kommt nach Angaben des katholischen Hilfswerks Misereor Bewegung. „Die Debatte verschiebt sich von Verhandlungen ins Handeln“, sagte die Klima-Expertin von Misereor, Madeleine-Alisa Wörner, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Das zeige sich auch bei den aktuellen Zwischenverhandlungen in Bonn für die nächste Weltklimakonferenz COP31 in der Türkei. Sie findet vom 9. bis 20. November in Antalya statt.

Inzwischen gebe es viele lokale und regionale Initiativen, die beispielsweise nach Lösungen im Umgang mit häufiger auftretenden Extremwetterereignissen wie Hitze und Starkregen suchten, sagte die Vertreterin der Hilfsorganisation. Solche Ansätze würden auch bei der London Climate Week in der britischen Hauptstadt thematisiert. In München sei eine ähnliche Veranstaltung geplant.

Bei den Zwischenverhandlungen in Bonn kündigte die Türkei als Gastgeberin der nächsten Weltklimakonferenz neue Ziele in Sachen Elektrifizierung, Abfallvermeidung und Stadtplanung an. So soll bis 2035 das Wachstum des weltweiten Abfallaufkommens halbiert werden. Insbesondere Lebensmittelabfälle seien für zehn Prozent der weltweiten Emissionen von klimaschädlichen Gasen verantwortlich, hieß es.

Finanzierung oft noch ungeklärt

Weiter wollen sich die Verantwortlichen dafür einsetzen, den Anteil von Strom am End-Energieverbrauch von derzeit etwas über 20 Prozent bis 2035 auf 35 Prozent zu steigern. Diese Maßnahme soll eine Abkehr von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas beschleunigen und bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens helfen. Es sieht vor, den durch den Ausstoß klimaschädlicher Gase bedingten Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf unter 2 Grad zu begrenzen, nach Möglichkeit auf unter 1,5 Grad.

Viele Ankündigungen stünden allerdings noch unter Finanzierungsvorbehalt, sagte Misereor-Vertreterin Wörner. Zudem wirkten sich internationale Krisen, aber auch Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und beim Umweltschutz negativ auf die Verhandlungen aus.

Bei der Weltklimakonferenz in der Türkei wird unter anderem eine globale Bestandsaufnahme der bisher anvisierten Maßnahmen gegen den Klimawandel vorbereitet. Das soll den Ländern dabei helfen, bei der Klimapolitik nachzusteuern, bevor sie in vier Jahren neue nationale Klimaziele vorlegen sollen. Die USA sitzen bei den Verhandlungen durch den von Präsident Donald Trump verfügten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen nicht mehr mit am Tisch.

Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de


Misereor-Themenseite „Klimagerechtigkeit schaffen“


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