Ein Soldat patrouilliert in der Nähe des Sperrgebiets in Polen an der Grenze zu Belarus am 12. November 2021. (Aufnahmeort unbekannt) Bild: Kasia Strek/KNA

Kirche in Polen bereitet sich auf Krisen und Kriege vor

Die Regierung in Warschau setzt beim Schutz der Bevölkerung in Notfällen auch auf die Kirche. Die Bischofskonferenz erarbeitet einen Aktionsplan, um für Naturkatastrophen und einen möglichen Krieg gewappnet zu sein.

Die katholische Kirche in Polen will ihr Personal mit Schulungen auf Krisensituationen und die Verteidigung des Landes im Kriegsfall vorbereiten. Ab Herbst soll dabei etwa vermittelt werden, welche Maßnahmen kirchliche Einrichtungen bei Naturkatastrophen und militärischen Bedrohungen ergreifen müssen, kündigte die Bischofskonferenz am Mittwochabend zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Lomza an. Dies geschehe auf Bitten der Regierung, sagte der stellvertretende Generalsekretär der Bischofskonferenz, Jaroslaw Mrowczynski.

Der Geistliche leitet die kirchliche Arbeitsgruppe, die einen Leitfaden schreibt. Es gehe um den Schutz der Bevölkerung und von Denkmälern, so Mrowczynski. Er verwies auf eine „gewisse Besorgnis der Bevölkerung hinsichtlich der Sicherheit“. Seit einigen Monaten würden Gespräche mit dem Innen- und dem Verteidigungsministerium geführt. Im März hatten die Ressortchefs mit katholischen Bischöfen eine mögliche Zusammenarbeit zur „Stärkung der Sicherheit“ erörtert, wie es damals hieß.

Mrowczynski zufolge wird die Kirche beim Schutz der Bevölkerung keine staatliche Aufgaben übernehmen. Die Verantwortung für die nationale Sicherheit bleibe beim Staat. Die Kirche werde indes da helfen, wo sie zuständig und dazu in der Lage sei.

Polens Caritas hilft traditionell bei Überschwemmungen und der Betreuung von Flüchtlingen. Seit Russlands Präsident Wladimir Putin 2022 den Befehl zur Invasion in der Ukraine gab, ist in Polen die Sorge vor einem Krieg groß. 2025 waren Drohnen der russischen Armee in den polnischen Luftraum eingedrungen.

Text: KNA | Bild: Kasia Strek/KNA

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