Vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft lenkt die Kirche in Mexiko den Blick auf die dunkle Seite des Turniers. Und gibt Tipps, was man gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung tun kann.
Text und Bild: Tobias Käufer/KNA
Zur Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada werden Millionen Touristen erwartet – trotz extrem hoher Ticketpreise. Allein Co-Gastgeber Mexiko rechnet laut Gabriela Cuevas Barrón, Koordinatorin der WM-Vorbereitungen der mexikanischen Regierung, mit mehr als 5,5 Millionen internationalen Besuchern während der 13 Spiele auf mexikanischen Boden.
Der Ball rollt in den drei Austragungsorten Mexiko-Stadt, Monterrey und Guadalajara. Solche Großevents haben aber auch stets eine dunkle Schattenseite. Die katholische Kirche im Gastgeberland Mexiko verweist auf Probleme wie Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und andere Formen von Gewalt.
Das Erzbistum Mexiko-Stadt, wo am 11. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika stattfindet, erklärte im Vorfeld, das Turnier sei natürlich „eine Gelegenheit für Begegnung, Zusammenleben, Brüderlichkeit und Austausch zwischen den Kulturen“. Gleichzeitig aber könne die WM von kriminellen Netzwerken ausgenutzt werden, die mit Täuschung, Manipulation, Nötigung, Ausbeutung und Missbrauch von Menschen operierten.
Kirche: Unversehrtheit der Person schützen
Die Kirche beruft sich dabei etwa auf das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC, das Kinderhilfswerk Unicef oder die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Sie warnten allesamt, dass ein massiver Zustrom von Touristen sexuelle Ausbeutung begünstige könne. Das Erzbistum Mexiko-Stadt fordert deshalb die Behörden auf, Prävention, mögliche Aufdeckung und Opferschutz in diesem Zeitraum zu verstärken.
Kriminelle Netzwerke bauten vor einem solchen Event in der Regel über Soziale Netzwerke „Kanäle zur Anwerbung von Minderjährigen“ auf, erläutern die Kirchenvertreter. Zunehmend würden Menschen aus anderen Ländern der Region – etwa Kolumbien, Venezuela oder Honduras – mit der falschen Versprechung einer Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus angeworben. Frauen und Minderjährige landeten so in den Fängen krimineller Banden und würden in die Prostitution gezwungen.
Um das zu verhindern, brauche es „gezielte Sensibilisierungskampagnen“, so das Erzbistum Mexiko-Stadt. Es fordert vor allem Geistliche auf, sich aktiv daran zu beteiligen und zu informieren. In möglichen Risiko-Situationen sollten „potenzielle Täter oder Menschenhändler nicht direkt konfrontiert und das potenzielle Opfer nicht öffentlich bloßgestellt werden“. Es gelte, umsichtig zu handeln, die Unversehrtheit der Person zu schützen und die zuständigen Stellen zu informieren.
Mundial sin Trata (Weltmeisterschaft ohne Menschenhandel)
Mehree Nationale und internationale Organisationen haben zur WM die Website mundialsintrata.com (Weltmeisterschaft ohne Menschenhandel) ins Leben gerufen. Dort können Informationen und Materialien abgerufen werden.







