Trümmerteile in Wald und Feldern: Für Rumänen, die an der Grenze zur Ukraine leben, sind diese Funde seit Beginn des russischen Angriffskriegs keine Seltenheit. Jetzt hat der Krieg im Nachbarstaat erstmals Verletzte in dem EU-Land gefordert.
Eine russische Drohne ist in der Nacht zu Freitag in den rumänischen Luftraum eingedrungen und hat einen Brand auf dem Dach eines Hochhauses ausgelöst. Vier Menschen wurden durch die Explosion verletzt, zwei davon mussten ins Krankenhaus, wie örtliche Medien berichten. Der Vorfall in der ostrumänischen Stadt Galati lässt Sorge über eine weitere Eskalation des Ukrainekriegs aufkommen.
Rumäniens Außenministerin Oana Toiu sprach von einem „schwerwiegenden“ und „beispiellosen“ Vorfall. Sie warf der russischen Regierung „unverantwortliches Handeln“ vor. Man habe Rumäniens Verbündete informiert und den russischen Botschafter in das Bukarester Außenministerium einbestellt.
Nato will Verteidigung verstärken
Auch der Bürgermeister der 220.000-Einwohner-Stadt, Ionut-Florin Pucheanu, verurteilte den Vorfall, der unschuldige Zivilisten gefährdet habe. Er sprach von einem Krieg, der „nicht der Unsrige ist, dessen Auswirkungen aber immer näher zu spüren sind“.
Wiederholt waren in den vergangenen Jahren Trümmerteile russischer Drohnen im ukrainisch-rumänischen Grenzraum aufgetaucht. Auch der Luftraum anderer östlicher Nato-Staaten wurde immer wieder verletzt. Nato-Sprecherin Allison Hart erklärte am Freitagmorgen via Soziale Medien: „Wir verurteilen Russlands Rücksichtslosigkeit. Die Nato wird ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen, einschließlich Drohnen, weiter verstärken.“
Text: KNA | Bild: agcreativelab/stock.adobe.com (Symbolbild)


