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Äthiopischer Bischof warnt vor Massenhinrichtung in Saudi-Arabien

Alltagsdroge am Horn von Afrika, in Saudi-Arabien streng verboten: die Droge Khat. Weil äthiopische Flüchtlinge Blätter des Strauchs mitbrachten, droht ihnen die Todesstrafe. Ein Bischof will das abwenden.

In Saudi-Arabien droht rund 200 äthiopischen Staatsbürgern offenbar die Hinrichtung. Diese Todesurteile müssten unverzüglich aufgeschoben werden, forderte Tesfaselassie Medhin, Bischof von Adigrat in Äthiopien. „Das Leben ist heilig und unantastbar“, betonte er laut dem römischen Pressedienst „Fides“.

Viele der betroffenen Äthiopier sind nach Angaben des Bischofs Geflüchtete, die während des Tigray-Konflikts ihre Heimat verlassen hatten. Bereits am 21. April wurden den Informationen zufolge drei äthiopische Migranten in Saudi-Arabien hingerichtet. Weitere Gefangene befinden sich demnach im Todestrakt der Haftanstalt von Khamis Mushait.

Vorgeworfen werden ihnen unter anderem Drogendelikte. Mehrere der Männer kamen den Informationen zufolge über den Jemen ins Land und hatten offenbar Khat-Blätter bei sich. Khat, das zerkaut wird und eine belebende Wirkung hat, ist am Horn von Afrika sowie im Jemen eine verbreitete Alltagsdroge, im streng islamischen Saudi-Arabien jedoch verboten.

Der Bischof sagte, unbeschadet der staatlichen Souveränität müsse Gerechtigkeit stets mit Barmherzigkeit verbunden sein. Die Hinrichtungen würden einen „unersetzlichen Verlust an Menschenleben“ bedeuten und Familien treffen, von denen viele unter Armut und Vertreibung litten.

Ende April hatte bereits die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch die Hinrichtung der drei Äthiopier in Saudi-Arabien kritisiert und vor weiteren Vollstreckungen von Todesurteilen gewarnt.

Neben Kriegsflüchtlingen aus Afrika leben in Saudi-Arabien und weiteren Golfstaaten auch zahlreiche afrikanische Arbeitsmigranten. Die Löhne sind höher als in ihren Heimatländern; die Einreise ist leichter als nach Europa.

Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de

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