Ein Holzkreuz liegt auf einer US-amerikanischen Fahne am 2. Dezember 2020 in Bonn. Bild: Julia Steinbrecht/KNA

Papst macht illegal Eingewanderten zum Bischof in Trump-Hochburg

Immer wieder ernennt Papst Leo XIV. Geistliche mit Migrationshintergrund zu Bischöfen – auch und gerade in seinem Heimatland USA. Eine Ernennung in West Virginia sorgt nun für Aufsehen.

Die Ernennung eines Geistlichen, der einst illegal in die USA einwanderte, zum Bischof in West Virginia hat über die USA hinaus für Aufsehen gesorgt. Wie der Vatikan am Freitag mitteilte, ernannte Papst Leo XIV. Evelio Menjivar-Ayala (55) zum Bischof von Wheeling-Charleston in West Virginia.

Der Bundesstaat gilt als Hochburg der Republikaner. Viele Arbeiter dort verloren durch den Niedergang des Kohle-Bergbaus ihre Jobs. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 gingen 70 Prozent der abgegebenen Stimmen in dem Bundesstaat an Donald Trump.

Wie die „Washington Post“, der „Guardian“ und andere internationale Medien berichteten, war Menjivar-Ayala 1990 als 20 Jahre alter Flüchtling aus El Salvador im Kofferraum eines Autos illegal über die mexikanische Grenze bei Tijuana in die USA eingereist.

Der heute 55-Jährige wird nun Bischof von Wheeling-Charleston, das den gesamten US-Bundesstaat West Virginia umfasst. Die rund 110.000 Katholiken sind in West Virginia eine kleine Minderheit unter den 1,8 Millionen Einwohnern.

Der designierte Bischof und sein Vorgänger Mark Brennan kündigten den Personalwechsel an der Spitze des Bistums am Freitag in einer Pressekonferenz in Wheeling an. Dabei betonte Menjivar-Ayala, seine „einzige Agenda“ bestehe darin, den Menschen im Bistum nach Kräften zu dienen sowie „gemeinsam im Glauben und in der Treue zu Christus zu wachsen“.

Vor seiner Versetzung nach West Virginia wirkte Menjivar-Ayala dreieinhalb Jahre als Weihbischof in der Hauptstadt Washington DC. Er war damals der erste aus Mittelamerika stammende Bischof in den USA. Die Provinz Chalatenango in El Salvador, aus der Menjivar-Ayala stammt, war in den 1980er Jahren Schauplatz blutiger Konflikte im salvadorianischen Bürgerkrieg.

Text: KNA | Bild: Julia Steinbrecht/KNA

Mehr aus der Weltkirche

  • Die Ware „Mensch“

    Die Ware „Mensch“

    Menschenhandel gilt zu Recht als eines der abscheulichsten Verbrechen unserer Zeit – und es ist zugleich ein Milliardengeschäft. Die Europäische Union schätzt die Profite, die mit der „Ware Mensch“ gemacht werden, auf mehr als 46,9 Milliarden Euro pro Jahr. Und einer erst kürzlich vorgestellten Studie der EU-Kommission zufolge hat der Menschenhandel in der Europäischen Union…


  • Das „System Menschenhandel“

    Das „System Menschenhandel“

    Menschenhandel – ein perfides Verbrechen. Die Täter agieren lautlos, skrupellos und grenzenlos. Ihre Opfer schweigen aus Angst und Scham. Die Profiteure bleiben unerkannt. Das macht Ermittlungen schwierig. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffern sind hoch. Anhand des Schicksals einer jungen Rumänin in Deutschland zeigt Inge Bell, wie das unfassbare System Menschenhandel hier und heute…



Weitere Weltkirche-Meldungen: