Länder weltweit sagen zu, die notleidende Bevölkerung im Sudan weiter zu unterstützen. Insgesamt sind 2,2 Milliarden US-Dollar alleine für dieses Jahr notwendig. Doch Geld alleine reicht in dem vom Krieg gezeichneten Land nicht aus.
2,2 Milliarden US-Dollar sind nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft notwendig, um den Sudan im Jahr 2026 zu unterstützen. Das betonte Mahmoud Ali Youssouf, Vorsitzender der Afrikanischen Union, am Mittwochnachmittag während der Geberkonferenz für den Sudan in Berlin.
Deutschland werde 212 Millionen Euro für humanitäre Unterstützung bereitstellen, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU). Er sprach von einer außergewöhnlichen Krise und betonte: „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch.“ Sie alle hätten Namen und Pläne für ihre Zukunft gemacht, die nun zerstört seien. „Wir alle teilen die humanitäre Verantwortung“, so Wadephul weiter.
Bereits heute Vormittag hatte Wadephul gegenüber dem Deutschlandfunk gesagt, mehr Gelder einzuwerben sei nicht nur „moral-ethische Verpflichtung“. Es sei auch im deutschen Interesse. Man müsse verhindern, dass Menschen hungern. Im syrisch-irakischen Bereich habe man 2015 und 2016 erlebt, dass Menschen sich zur Flucht aufmachen.
Auch Großbritannien hatte kurz vor Beginn der Gespräche neue Zusagen für humanitäre Hilfe gegeben. Nach Angaben von Außenministerin Yvette Cooper sollen in diesem Jahr insgesamt 146 Millionen Pfund – knapp 168 Millionen Euro – an humanitärer Unterstützung bereitgestellt werden.
Neben weiteren finanziellen Zusagen forderten die Teilnehmer der Konferenz eine sofortige Feuerpause. Die sei notwendig, damit die humanitäre Hilfe die Menschen überhaupt erreiche, sagte Großbritanniens Außenministerin Yvette Cooper. Sie bezeichnete es als schockierend und schändlich, wie die sudanesische Armee, die Rapid Support Forces und weitere bewaffnete Gruppen den Zugang zu Hilfsgütern als Waffe einsetzten, Restriktionen aufrecht erhielten und humanitäre Mitarbeiter angriffen.
Seit Kriegsbeginn vor drei Jahren spielt sich im Sudan die größte humanitäre Krise der Welt ab. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO benötigen mittlerweile fast 34 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Mindestens 12 Millionen Menschen wurden vertrieben; 4,5 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflohen. Nach UN-Angaben sind mittlerweile zwei von drei Sudanesen auf Hilfe angewiesen.
An der Konferenz in Berlin nehmen Vertreter von mehr als 60 Ländern sowie zahlreicher internationaler Organisationen teil.
Text: KNA | Bild: Andrea Krogmann/KNA (Archivbild)






