Blick vom Kloster der Schwestern des libanesischen Frauenordens "Sisters of the forsaken Jesus" auf die Bekaa-Ebene, am 11. Mai 2023 in Deir al-Ahmar (Libanon). Bild: Andrea Krogmann/KNA

Papst trauert um Bombenopfer in Nahost – Pfarrer im Libanon getötet

Erst am Wochenende forderte Israels Armee die Bewohner des Südlibanon zum Verlassen ihrer Heimat auf, weil das Militär auf Hisbollah-Aktivitäten in der Region reagiere. Viele blieben; doch nun kam ein Priester ums Leben.

Papst Leo XIV. hat sein tiefes Mitgefühl für alle Opfer der jüngsten Bombenangriffe im Nahen Osten ausgedrückt. Er trauere um die vielen unschuldigen Menschen, darunter viele Kinder, heißt es in einer am Montagabend vom Vatikanischen Presseamt auf Telegram veröffentlichten Stellungnahme des Papstes.

Auch denke er an all jene, die ihnen geholfen haben, wie etwa der maronitische Priester Pierre El-Rahi, der am Montagnachmittag in Qlayaa getötet wurde. Er verfolge die Ereignisse mit Sorge und bete für ein baldiges Ende aller Feindseligkeiten, so Papst Leo XIV.

Der libanesische Pfarrer El-Rahi wurde von Bomben getroffen, als er versuchte, einem verletzten Gemeindemitglied zu helfen, wie Vatikan-Medien am Montag berichteten. Laut Pater Toufic Bou Merhi, Franziskaner der Kustodie des Heiligen Landes und Pfarrer der libanesischen Stadt Tyros, wurde ein Haus nahe El-Rahis Pfarrei in den Bergen des Südlibanon getroffen und ein Bewohner verletzt. Als der Priester zusammen mit weiteren Männern dem Verletzten zu Hilfe eilen wollte, erfolgte ein zweiter Luftschlag, der ihn schwer verletzte. Er sei kurz nach Einlieferung in ein nahe gelegenes Krankenhaus gestorben, berichtete der Franziskaner.

El-Rahi (50) galt als zentrale Stütze der Christen in der Region; er habe sie stets bestärkt, ihre Heimat Libanon nicht zu verlassen. Sein Tod markiere einen Wendepunkt für die christlichen Dörfer im Süden des Landes, die bisher trotz vielfacher Evakuierungsaufforderungen ausgeharrt hatten.

Während das israelische Militär die Verantwortung für den Beschuss der Hisbollah zuschreibt, bezeichnete der Bürgermeister der Ortschaft Olayaa diese Darstellung gegenüber der libanesischen Tageszeitung „L’Orient – Le Jour“ als „Lüge“.

Text: KNA | Bild: Andrea Krogmann/KNA

12.03.2026: Hinweis auf Le Jour-Bericht

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