Wandmalerei gegen Gewalt in Bogota, Kolumbien Bild: Jürgen Escher/Adveniat

Bamberger Erzbischof: Frieden nicht durch Bomben zu erreichen

Auch die heilige Kunigunde war als Kaiserin im 11. Jahrhundert mit politischen Unruhen und Intrigen konfrontiert. Ihre Art, für Frieden zu sorgen, wertet Erzbischof Gössl heute als vorbildhaft.

Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hat am Kunigundentag zum Frieden aufgerufen. Dieser lasse sich allerdings nicht durch Bomben herbeiführen, sondern nur im eigenen Herzen, sagte Gössl laut Redemanuskript am Samstag beim ökumenischen Frauenfest im Bamberger Dom. Die Welt werde dem Frieden keinen Schritt näherkommen, solange man immer nur versuche, auf die anderen einzuwirken – sei es gewalttätig, drohend, schmeichelnd oder auf welche Weise auch immer.

Vielmehr gelte es, dem eigenen Frieden im Inneren nachzujagen, ihn zu suchen und ihn aus der Verbundenheit zu Gott heraus zu finden, erklärte der Erzbischof. Für diesen Prozess der inneren Friedensarbeit sei die heilige Kunigunde ein Vorbild und eine mächtige Fürsprecherin. Diese hatte gemeinsam mit ihrem Mann, dem heiligen Kaiser Heinrich, im Jahr 1007 das Bistum Bamberg gegründet. Sie starb am 3. März 1033 und wurde 1200 heiliggesprochen.

Dem eigenen Frieden im Inneren nachjagen

Auch Kunigunde habe sich zu ihren Lebzeiten mit Intrigen und politischen Unruhen konfrontiert gesehen, erinnerte Gössl. Durch ihre Friedfertigkeit und ihre Fähigkeit zu vergeben habe sie gezeigt, dass der Weg zu einem stabilen Frieden bei jeder und jedem Einzelnen beginne. Trotz Turbulenzen habe sie an ihrer inneren Gottesbeziehung festgehalten und gezeigt, wie der Glaube als Quelle des Friedens und als Kompass friedlichen Handelns fungiere.

Die evangelische Dekanin für den Dekanatsbezirk Bamberg, Sabine Hirschmann, hob in ihrem Grußwort hervor, dass das Motto des Kunigundentags „Suche den Frieden und jage ihm nach“ nicht als einmaliger Impuls zu verstehen sei. Vielmehr brauche Frieden oft Beharrlichkeit und eine leidenschaftliche Entschlossenheit. Neben der heiligen Kunigunde hätten im Lauf der Jahrhunderte viele Frauen eine solche beharrliche Friedensarbeit geleistet, so Hirschmann.

Text: KNA | Bild: Jürgen Escher/Adveniat

Mehr aus der Weltkirche

  • Die Ware „Mensch“

    Die Ware „Mensch“

    Menschenhandel gilt zu Recht als eines der abscheulichsten Verbrechen unserer Zeit – und es ist zugleich ein Milliardengeschäft. Die Europäische Union schätzt die Profite, die mit der „Ware Mensch“ gemacht werden, auf mehr als 46,9 Milliarden Euro pro Jahr. Und einer erst kürzlich vorgestellten Studie der EU-Kommission zufolge hat der Menschenhandel in der Europäischen Union…


  • Das „System Menschenhandel“

    Das „System Menschenhandel“

    Menschenhandel – ein perfides Verbrechen. Die Täter agieren lautlos, skrupellos und grenzenlos. Ihre Opfer schweigen aus Angst und Scham. Die Profiteure bleiben unerkannt. Das macht Ermittlungen schwierig. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffern sind hoch. Anhand des Schicksals einer jungen Rumänin in Deutschland zeigt Inge Bell, wie das unfassbare System Menschenhandel hier und heute…



Weitere Weltkirche-Meldungen: