Humaira Rasuli leitet eine der wenigen Organisationen in Afghanistan, die von einer Frau geführt wird. Nun erhält sie den Eichstätter Shalompreis. Zudem ist jetzt klar, wie hoch das Preisgeld für 2025 ausfällt.
Der Eichstätter Shalompreis geht in diesem Jahr an die afghanische Menschenrechtsaktivistin Humaira Rasuli. Rasuli ist Mitgründerin und Leiterin der „Women for Justice Organization“, einer von Frauen geführten Organisation zur Unterstützung von Frauen und Mädchen, die von Gewalt, Krieg und familiären Konflikten betroffen sind. Das teilte der Arbeitskreis „Shalom für Gerechtigkeit und Frieden“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt auf seiner Internetseite mit. Die Preisverleihung ist demnach für den 14. Juni in Eichstätt geplant.
Die „Women for Justice Organization“ gehört zu den wenigen von Frauen geleiteten Organisationen, die weiter in Afghanistan tätig sind, wie es hieß. In Beratungszentren erhielten von Gewalt betroffene Frauen Begleitung. Diese werde etwa auch bei medizinischen Behandlungen geleistet. „Ziel ist es, Frauen dabei zu helfen, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln und ihre psychische Stabilität zu stärken.“
Humaira Rasuli lebt laut Mitteilung im Exil, arbeitet jedoch weiter eng mit ihrem Team in Afghanistan zusammen und engagiert sich international dafür, dass die Lage von Frauen und Mädchen in Afghanistan sichtbar bleibt. Sie zeige mit ihrem Einsatz großen Mut, sagte Ulrike Schurr-Schöpfel, Sprecherin des Arbeitskreises Shalom. „Gerade in einer Zeit, in der die Gleichstellung von Frauen weltweit unter Druck steht und grundlegende Rechte vielerorts infrage gestellt werden, ist ihr Engagement ein kraftvolles Zeichen der Hoffnung und der Menschlichkeit.“
Neben der neuen Preisträgerin gab der Arbeitskreis auch die Summe für die im vergangenen Jahr vergebene Auszeichnung bekannt: Für die „Casa Social Cultural y Memoria“, ein Friedensprojekt in Kolumbien, wurden demnach 32.000 Euro zusammengetragen.
Der Shalompreis gilt als einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Zu den bisherigen Preisträgern gehört der polnische Friedensnobelpreisträger Lech Walesa (1983). Das Preisgeld wird jedes Mal gesammelt. Das Geld wird aus Spenden von Privatpersonen und Institutionen wie dem Bistum Eichstätt zusammengetragen. Der Eichstätter Shalom-Arbeitskreis setzt sich seit 1981 für die Menschenrechte ein. Er wird von Ehrenamtlichen getragen.
Text: KNA | Bild: Shalom-Preis







