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Israel setzt Angriffe auf Iran und Libanon fort

Den fünften Tag in Folge nimmt Israel Ziele in Teheran unter Beschuss. Auch Schläge gegen die Hisbollah im Libanon dauern an. Caritas international rechnet mit einer großen Zahl an Binnenvertriebenen

Die israelische Armee hat am fünften Kriegstag umfangreiche Angriffe auf Teheran gestartet. Ziel sei die Infrastruktur des iranischen Regimes, meldeten israelische Medien am Mittwoch. Gleichzeitig hätten die Streitkräfte ihre Angriffe auf Kommandeure der Hisbollah im Libanon ausgeweitet.

Seitdem die pro-iranische Hisbollah-Miliz in der Nacht zu Montag in den Konflikt eingetreten war, griff die israelische Armee nach eigenen Angaben mehr als 250 Ziele im Libanon an, darunter 100 allein am Dienstag. Ziele seien Raketenwerfer, Waffendepots, Hauptquartiere der Hisbollah und anderer Terrorgruppen sowie deren Kommandeure gewesen.

Nach Schätzungen des israelischen Militärs folgten rund 300.000 libanesische Zivilisten der Aufforderung, ihre Dörfer zu verlassen. Über Nacht seien mehr als ein Dutzend weitere Dörfer im Südlibanon zur Räumung aufgefordert worden, meldeten Medien unter Berufung auf die israelische Armee.

Die libanesische Katastrophenschutzbehörde spricht laut nationalen Medien dagegen von mehr als 58.000 Menschen, die durch die Angriffe Israels auf den Libanon vertrieben worden seien.

Caritas rechnet mit einer Million Binnenvertriebenen im Libanon

Auch Caritas international sieht die Folgen des Krieges für den Libanon mit Sorge. „Wir sind tief besorgt über die Eskalation und die Ausweitung des Iran-Kriegs auf Teile des Libanons“, erklärte Leiter Oliver Müller am Mittwoch in Freiburg. Das katholische Hilfswerk verurteile die Raketenangriffe der Hisbollah-Miliz auf Israel und die militärische Reaktion der israelischen Armee im Südlibanon.

Die humanitäre Situation im Libanon sei dramatisch. Die dortige Caritas schätze, dass es zu mehr als einer Million Binnenvertriebenen kommen werde. Auch Helfer seien nicht überall sicher. Die Mitarbeitenden einer lokalen Partnerorganisation hätten sich in Sicherheit bringen müssen. Sie hätten die Arbeit vorerst eingestellt, sagte Müller.

Caritas international stelle nun in einem ersten Schritt 250.000 Euro für Nothilfe bereit. Das Geld werde besonders für Nahrungsmittel und Hygieneartikel gebraucht sowie für die Unterbringung von Menschen. Es fehlten Matratzen, Kissen und Decken, sagte Müller, der Vorstand des Deutschen Caritasverbandes für die Bereiche Internationales, Migration und Katastrophenhilfe ist. Caritas Libanon habe Notunterkünfte bereitgestellt.

„Unsere libanesischen Partner beklagen nicht nur die aktuelle Vertreibung“, so Müller. „Vielmehr sind auch die Wunden des Krieges Ende Jahr 2024 längst nicht verheilt.“ 62.000 Vertriebene konnten demnach noch nicht in ihre Heimatdörfer zurückkehren, da die israelische Armee diese Regionen auch nach dem vereinbarten Waffenstillstand immer wieder angegriffen habe. „Die Menschen im Libanon sind müde vom Krieg und dem jahrelangen wirtschaftlichen Niedergang. Sie brauchen endlich Frieden und eine Perspektive“, forderte Müller.

Er wies zudem darauf hin, dass sich im Libanon lebende Syrerinnen und Syrer ebenfalls zur Flucht entschlossen hätten. Sie seien nach Syrien aufgebrochen, wo bereits Tausende die Grenze überschritten hätten.

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