Die Caritas Donezk in der Stadt Dnipro setzt ihre Winterhilfe trotz des Krieges fort. Die Versorgung bedürftiger Menschen mit Brennmaterial ist angesichts der eiskalten Temperaturen dringend nötig. Foto: Caritas Ukraine Copyright Caritas international

Caritas international: Seit Kriegsbeginn 72 Millionen Euro Hilfe für Ukraine

Vier Jahre russischer Angriffskrieg und ein bitterkalter Winter: Die Not der Menschen in der Ukraine schreit zum Himmel. Die Caritas hilft vor Ort, auch mit Winterhilfe. Und benennt Putins Attacken klar als Kriegsverbrechen.

Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 hat die Caritas den Menschen in der Ukraine mit rund 72 Millionen Euro geholfen. Das katholische Hilfswerk habe mehr als 7,1 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer unterstützt, erklärte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, am Donnerstag in Freiburg. In den Caritas-Projekten in der Ukraine seien fast 3.000 Mitarbeitende und weitere 9.700 Freiwillige im Einsatz.

Die Ukrainer müssten derzeit den kältesten Winter seit mehr als zwei Jahrzehnten durchstehen, sagte Müller. „Hunderttausende sind ohne Wärme und Strom bei Temperaturen von minus 20 Grad und mehr, und das schon seit Wochen.“

„Die gezielten und mörderischen Angriffe auf die zivile Wärme- und Stromerzeugung müssen aufhören“, forderte Müller und betonte: „Das sind Kriegsverbrechen.“ Der bewusste Einsatz von Kälte als Waffe sei für die Zivilbevölkerung eine Frage von Leben und Tod.

Alte, kranke und mobilitätseingeschränkte Menschen seien besonders gefährdet. „Sie müssen oft in ihren eiskalten Wohnungen ausharren und hoffen, nicht zu erfrieren“, sagte Müller. Einfache warme Mahlzeiten, die von lokalen Caritas-Einrichtungen an die Menschen verteilt werden, seien jetzt etwas ganz Besonderes.

Caritas international und die Partnerorganisationen begegnen der brisanten Lage mit einer „landesweiten Winterhilfe“. Warme Kleidung, Schlafsäcke, Hygieneartikel und Haushaltswaren würden verteilt. Mit Bargeld-Hilfen könnten die Menschen Brennstoffe kaufen. Mobile Pflegeteams suchten kranke und alte Menschen in ihren Häusern und Wohnungen auf. In Frontnähe geschehe dies unter erhöhtem persönlichen Risiko.

Ein riesiges Problem sei die Unterbringung der mehr als 3,8 Millionen Binnenflüchtlinge in der Ukraine, sagte Müller. „Unsere Caritas-Kolleginnen und -Kollegen berichten uns von einer Wohnungskrise, wie sie das Land bisher noch nicht erlebt hat.“ Die Caritas Ukraine betreibe 20 Notunterkünfte. Die Caritas repariere auch kriegsbeschädigte Wohnungen und Häuser, damit Binnenflüchtlinge dorthin zurückkehren könnten.

Text: KNA | Bild: Caritas Ukraine/Caritas international

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