Auch nach 1945 haben Sinti und Roma in Deutschland Unrecht erlebt. Nun soll eine Kommission diesen Teil der Geschichte aufarbeiten. Acht Mitglieder wurden berufen.
Eine Kommission zur Aufarbeitung von Unrecht an Sinti und Roma soll am 3. November erstmals zusammenkommen. Ihre Mitglieder wurden nun vom Antiziganismus-Beauftragten Michael Brand berufen, wie die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft am Freitag in Berlin mitteilte. Die Kommission soll begangenes Unrecht in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR nach 1945 aufarbeiten. Die Bundesregierung hatte im Juli die Einsetzung einer solchen Kommission beschlossen.
2019 hatte bereits der damalige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine unabhängige Kommission Antiziganismus eingesetzt. Vor 1945 hatten die Nazis rund 500.000 europäische Sinti und Roma getötet.
Acht Mitglieder gehören der Kommission an; darunter Verena Meier-Zekic von der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg, und der Beauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland für den Kampf gegen Antisemitismus, Christian Staffa. Ein weiteres Mitglied ist der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner.
Brand betonte, die Kommission bringe breite fachliche und persönliche Kompetenzen zusammen. Mit der Berufung der Mitglieder sei ein entscheidender weiterer Schritt zur Aufarbeitung des Unrechts auch nach 1945 getan. Es sei überfällig, dieses Kapitel der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte systematisch aufzuarbeiten. Mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft stehe der Kommission ein erfahrener Partner zur Seite.
Text: KNA | Bild: weltkirche.de






