Karte des Sudan. Bild: dr/openstreetmap/odbdl/Bearbeitung: weltkirche.de

Krieg im Sudan greift immer mehr auf die Nachbarländer über

Der Krieg im Sudan droht zunehmend über die Landesgrenzen hinauszugreifen. Wie der Missionspressedienst Fides berichtet, verstärken die sudanesischen Streitkräfte (SAF) unter General Abdel Fattah al-Burhan ihre Angriffe auf Nachschublinien der „Rapid Support Forces“ (RSF) unter Mohammed Hamdan Dagalo, genannt „Hemedti“.

Besonders deutlich wurde die Gefahr der regionalen Ausweitung nach Fides-Informationen am 21. August, als die sudanesische Armee mit Flugzeugen und Drohnen einen RSF-Konvoi verfolgte und bombardierte, der rund 100 Kilometer tief in das Nachbarland Tschad vorgedrungen war. Der Angriff ereignete sich südlich des Grenzdreiecks von Sudan, Libyen und Tschad. Nach Angaben der sudanesischen Armee umfasste der Konvoi rund 200 Kampffahrzeuge aus Lagern im libyschen Kufra.

Die Regierung des Sudan beschuldigt die Vereinigten Arabischen Emirate, die RSF über eine Nachschublinie durch Libyen und den Tschad mit Waffen zu versorgen. Nach sudanesischen Angaben werden dafür auch die Flughäfen von Amdscharass und N’Djamena genutzt. Die Regierung in N’Djamena reagierte darauf mit erhöhter militärischer Alarmbereitschaft und warnte die sudanesischen Konfliktparteien davor, die Kämpfe auf tschadisches Gebiet auszuweiten. In einer Antwort an den UN-Sicherheitsrat wies der Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate den Vorwurf der Unterstützung einer Kriegspartei scharf zurück.

Auch im Südosten, an der Grenze zu Äthiopien, nehmen die Spannungen den Berichten zufolge. Die sudanesische Regierung wirft dem Nachbarland ebenfalls vor, die RSF zu unterstützen oder zumindest sein Territorium für Waffenlieferungen zu öffnen. Am 23. August schossen sudanesische Streitkräfte im Bundesstaat Blauer Nil nahe Dindiro eine mutmaßlich aus Äthiopien gestartete Drohne ab. Nach Angaben von Fides war sie mit türkischer lasergelenkter Munition bewaffnet und selbst türkischer Herkunft. Bereits im Mai hatten die sudanesischen Streitkräfte nahe Ed Damazin eine türkische Drohne abgeschossen, die nach ihren Angaben aus Äthiopien gekommen war.

Vor diesem Hintergrund drängen die USA auf eine stärkere internationale Kontrolle der Waffenlieferungen. Washington forderte den UN-Sicherheitsrat auf, das bestehende Waffenembargo für Darfur auf den gesamten Sudan auszuweiten. „Dieser Rat sollte Maßnahmen ergreifen, um die Anheizung des Konflikts zu verhindern, insbesondere da externe Unterstützung die Gefahr birgt, regionale Akteure und Nachbarländer tiefer in den Konflikt im Sudan hineinzuziehen“, erklärte der US-Gesandte Massad Boulos.

Boulos sprach sich zudem dafür aus, das Embargo ausdrücklich auf Drohnen auszuweiten und die Zahl der Experten zu erhöhen, die die Einhaltung der Sanktionen überwachen.

Text: dr/weltkirche.de | Quellen: Fides, UN Security Council | Bild: dr/weltkirche.de mit Kartenmaterial von OpenStreetMap-Mitwirkenden

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