Ost-West Europäische Perspektiven Bild: OWEP

Jugend in Osteuropa. Neue Ausgabe der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“

Krieg, gesellschaftlicher Wandel und wirtschaftliche Unsicherheiten prägen derzeit das Leben vieler junger Menschen im Osten Europas. Die neue Ausgabe der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven (OWEP)“ widmet sich der Jugend in Ost-, Mittel- und Südosteuropa – einer Generation, die ihren Platz in einer zunehmend fragilen Welt sucht.

Wie unterschiedlich die Lebenswirklichkeit dieser Generation aussieht, zeigen die Beiträge des Heftes: Eingangs richtet OWEP-Chefredakteurin Gemma Pörzgen den Blick auf das Europaparlament, das gezielt junge Menschen für die europäischen Integrationsprozesse gewinnen möchte.  Dennoch sind junge Abgeordnete dort weiterhin deutlich unterrepräsentiert.

In der Ukraine bestimmt der Krieg den Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Die Bildungssoziologin Helen Pidgorna schildert, wie Schule zwischen Luftalarm, Schutzkellern und digitalen Unterrichtsformaten funktioniert. Auf sicherheitspolitische Herausforderungen reagiert Lettland mit einem ungewöhnlichen Ansatz: Der Korrespondent Alexander Welscher hat eine Schule in Ādaži besucht. Dort gehören Militärkunde und Schießtraining zum Pflichtunterricht.

Eine wachsende Nähe von Staat, Kirche und patriotischer Jugenderziehung zeigt der Blick nach Russland. Ideologisierung und Militarisierung prägen seit der russischen Vollinvasion in die Ukraine im Jahr 2022 das Bildungssystem, so die Analyse der Journalistin Xenia Lutschenko. Die Russische Orthodoxe Kirche ist dabei zu einem wichtigen Mitspieler bei der Vermittlung von Patriotismus und der kriegsbefürwortenden Staatspolitik geworden.  Auch in Deutschland erreicht die russische Desinformation viele Klassenzimmer – Projekte wie „Unfollow Propaganda“ setzen dagegen auf Medienkompetenz und Landeskunde, berichtet eine der Projektleiterinnen, Mandy Ganske-Zapf, im Interview. 

Das Heft dokumentiert auch Eigensinn und Aufbruch: Ein Beitrag zum Elitenwechsel in Zentralasien untersucht, wie eine besonders junge Bevölkerung – fast ein Drittel der Menschen ist dort unter 15 Jahre alt – die politischen Machthaber vor neue Herausforderungen stellt. In Georgien blicken junge Menschen trotz politischer Unsicherheiten erstaunlich optimistisch auf ihr eigenes Leben: Viele halten an der europäischen Perspektive fest – und denken dennoch über Auswanderung nach. Wie Jugendbegegnungen Brücken bauen können, zeigen die Erfahrungen einer Freiwilligen in Albanien oder ein Gespräch mit dem Leiter der Jugendbegegnungsstätte im polnischen Kreisau. Und auf dem Balkan bringt die Liebe zur Musik, wie dem „Balkan Trap“, junge Menschen über nationale Grenzen hinweg heute zusammen.


„OST-WEST. Europäische Perspektiven“

„OST-WEST. Europäische Perspektiven“ berichtet umfassend über gesellschaftliche Entwicklungen, politische Trends, kirchliches Leben und soziale Fragen in allen Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, von Estland bis Albanien, von Polen bis Kasachstan. OWEP erscheint vierteljährlich im Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, und wird herausgegeben von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland, und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).


Renovabis

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