Ein großes Holzkreuz steht am Ortseingang von Karakosch (Irak) am 2. Juli 2018. Daneben weht die irakische Nationalflagge. Bild: Jean-Matthieu Gautier/KNA

Irakische Regierung will Rückkehr von Christen erleichtern

Die meisten irakischen Christen sind in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Zweistromland geflohen oder ausgewandert. Die Kirchen hoffen auf Rückkehrer und aktive Hilfen der Zentralregierung in Bagdad.

Iraks Regierungschef Ali al-Zaidi hat vertriebenen Christen, die in den Irak zurückkehren wollen, Unterstützung zugesichert. Die irakische Führung wolle die Voraussetzungen für Rückkehr schaffen, sagte al-Zaidi bei einem Treffen mit dem Oberhaupt der Syrisch-katholischen Kirche, Patriarch Ignatius Josef III. (Younan), wie der katholische Informationsdienst SIR und das Portal Vatican News am Dienstag unter Berufung auf das Pressebüro der Regierung in Bagdad meldeten.

Rückkehrer könnten unter anderem von der Initiative „Watan“ („Heimat“) profitieren, so al-Zaidi demnach. Das Programm stellt Bauland für den Wohnungsbau bereit. Zudem habe der Regierungschef die zuständigen Behörden angewiesen, im Ausland lebenden Irakern den Zugang zum einheitlichen nationalen Personalausweis zu erleichtern.

Die Rückkehr ausgewanderter Christen ist für die Kirchen im Irak ein wichtiges Anliegen. Sie beklagen seit Jahren die fortschreitende Entvölkerung christlicher Gemeinschaften infolge von Auswanderung und den Folgen der Krisen, die den Irak in den letzten Jahrzehnten geprägt haben.

Schätzungen zufolge haben seit dem Irakkrieg 2003 eine bis 1,5 Millionen Christen das Land verlassen. Heute sollen nur noch etwa 150.000 bis 250.000 Christen verschiedener Konfessionen im Irak leben. Der Irak gehört jedoch zu den am frühesten von Christen besiedelten Regionen im Nahen Osten.

Patriarch Younan begrüßte die Ankündigungen der Regierung. Er äußerte die Hoffnung auf Sicherheit, Stabilität, Frieden und ein brüderliches Zusammenleben im Irak. Der Syrisch-katholischen Kirche gehören laut der österreichischen Stiftung Pro Oriente rund 120.000 Gläubige an, die vor den Auswanderungswellen der vergangenen Jahre vor allem in Syrien, Irak und dem Libanon lebten. Liturgiesprache ist Aramäisch, teils Arabisch. Sitz des Patriarchen ist Beirut im Libanon.

Text: KNA | Bild: Jean-Matthieu Gautier/KNA

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