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Priester in Belarus zu drei Jahren Haft verurteilt

Erneut hat ein belarussisches Gericht eine Haftstrafe gegen einen katholischen Geistlichen verhängt. Angeklagt war er wegen „Beleidigung eines Vertreters der Staatsgewalt“ und „Förderung extremistischer Aktivitäten“.

Im autoritär regierten Belarus ist ein katholischer Priester laut Berichten wegen angeblicher Förderung extremistischer Aktivitäten zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht habe außerdem eine Geldstrafe von umgerechnet 680 Euro gegen ihn verhängt. Das unabhängige Portal „katolik.life“ informierte am Dienstag unter Berufung auf Kirchenmitglieder über das Urteil. Der verurteilte Pfarrer Anatol Parachnewitsch (66) will demnach in Berufung gehen.

Was ihm genau vorgeworfen wurde, sei auch seinem Erzbistum Minsk nicht bekannt, hieß es in dem Bericht. Der Prozess wurde im Oktober unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt. Belarussische Menschenrechtsorganisationen zählen Parachnewitsch seit Juni zu den aktuell mehr als 887 politischen Gefangenen in dem osteuropäischen Land.

Nach seiner Verhaftung Mitte März hatte es Befürchtungen gegeben, der Geistliche werde wegen Hochverrats angeklagt. Das Gericht soll ihm dann aber stattdessen die Straftaten „Beleidigung eines Vertreters der Staatsgewalt“ und „Förderung extremistischer Aktivitäten“ zur Last gelegt haben. Parachnewitschs Pfarrei liegt in einem Dorf im Minsker Umland.

Die belarussischen Behörden gehen regelmäßig hart gegen die katholische Kirche vor. Ihr gehören rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung von etwa 9,5 Millionen an. Zuletzt waren Ende 2024 sowie im Frühjahr 2025 zwei katholische Ordensmänner zu elf beziehungsweise 13 Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Wenige Wochen nach einem Treffen des Kurienkardinals Claudio Gugerotti mit dem belarussischen Langzeitherrscher Alexander Lukaschenko in Minsk wurden beide Verurteilte im November 2025 begnadigt. Sie mussten das Land aber verlassen.

Nach Angaben der belarussischen Gruppe „Christian Vision“ mussten dieses Jahr bereits 17 römisch-katholische Priester ihre Tätigkeit in dem Land beenden, weil die Religionsbehörde ihre Arbeitserlaubnis nicht verlängerte. Viele von ihnen stammen aus dem benachbarten Polen.

Auch die mit Rom verbundene griechisch-katholische Kirche wird unterdrückt. Die Behörden ordneten laut „Christian Vision“ die Auflösung von vier der 16 griechisch-katholischen Pfarreien in Belarus an. Sie verweigerten ihre Neuregistrierung. Jede Tätigkeit der aufgelösten Pfarreien ist nun illegal und strafbar.

Offenbar aus Angst vor weiteren Repressionen äußern sich weder die römisch- noch die griechisch-katholische Kirche zu dem aktuellen Vorgehen der Behörden.

Text: KNA | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com

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