Papst Leo XIV. begrüßt den ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj am 9. Dezember 2025 in Castel Gandolfo (Italien). Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Papst telefoniert mit Selenskyj über humanitäre Not in Oleschky

Papst Leo XIV. wirbt für eine humanitäre Feuerpause in der russisch besetzten ukrainischen Stadt Oleschky. Sie soll Hilfslieferungen und eine sichere Evakuierung ermöglichen.

Nach einem Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag hat Papst Leo XIV. nun auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die dramatische humanitäre Lage in Oleschky gesprochen. Die südukrainische Frontstadt ist von russischen Truppen besetzt. Wie der Vatikan am Montagabend nach dem Telefonat bekanntgab, verwies der Papst in dem Gespräch auch auf die bereits an Putin herangetragene Bitte um eine humanitäre Feuerpause.

Leo hoffe, dass eine beidseitige Kooperation die Bereitstellung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie eine freiwillige und sichere Evakuierung der belagerten Stadt gewährleisten könne. Abschließend bekräftigte der Papst das Engagement des Heiligen Stuhls für Dialog und Frieden, so der Vatikan.

Präsident Selenskyj schrieb in einer Mitteilung auf dem Portal X, er habe das Kirchenoberhaupt unter anderem über die derzeitigen russischen Angriffe auf die Ukraine informiert. Er dankte dem Papst für „seine Bemühungen um das Erreichen eines würdevollen Friedens“. Nach seiner Lungenoperation vergangene Woche wünschte er Leo XIV. zudem eine schnelle Genesung.

Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage in Oleschky. Noch aus dem römischen Gemelli-Krankenhaus hatte Leo XIV. am Freitag im Telefonat mit dem russischen Präsidenten Putin seine tiefe Besorgnis über die Lage in der großteils zerstörten Kleinstadt in der Region Cherson zum Ausdruck gebracht und zu einer Waffenruhe für Oleschky aufgefordert.

Das Telefonat mit Putin war nach Angaben des päpstlichen Chefdiplomaten Kardinal Pietro Parolin auf Initiative des Papstes zustande gekommen. Dass Putin den Anruf angenommen und mit dem katholischen Kirchenoberhaupt gesprochen habe, lasse darauf hoffen, dass die Papstbitte nach einem Waffenstillstand für Oleschky „tatsächlich umgesetzt wird“, sagte Parolin laut „Vatican News“ am Freitagabend.

Der Kreml in Moskau teilte später mit, dass Putin in dem Gespräch mit dem Papst die „Absicht des Vatikans, zur Schaffung von Bedingungen für die Sicherheit der Bevölkerung der Stadt und für die Organisation lebenswichtiger Lieferungen beizutragen“, unterstützt habe. Eine Feuerpause für Oleschky wurde bisher allerdings nicht angekündigt.

Text: KNA | Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Mehr aus der Weltkirche

  • Die Ware „Mensch“

    Die Ware „Mensch“

    Menschenhandel gilt zu Recht als eines der abscheulichsten Verbrechen unserer Zeit – und es ist zugleich ein Milliardengeschäft. Die Europäische Union schätzt die Profite, die mit der „Ware Mensch“ gemacht werden, auf mehr als 46,9 Milliarden Euro pro Jahr. Und einer erst kürzlich vorgestellten Studie der EU-Kommission zufolge hat der Menschenhandel in der Europäischen Union…


  • Das „System Menschenhandel“

    Das „System Menschenhandel“

    Menschenhandel – ein perfides Verbrechen. Die Täter agieren lautlos, skrupellos und grenzenlos. Ihre Opfer schweigen aus Angst und Scham. Die Profiteure bleiben unerkannt. Das macht Ermittlungen schwierig. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffern sind hoch. Anhand des Schicksals einer jungen Rumänin in Deutschland zeigt Inge Bell, wie das unfassbare System Menschenhandel hier und heute…



Weitere Weltkirche-Meldungen: