Eine Erdhummel sitzt auf einer Blüte des Natternkopf in einem Magerbeet am 21. Juli 2023 in Augsburg. Symbolbild Naturschutz, Artenschutz, Flora, Garten Bild: Christopher Beschnitt/KNA (Symbolbild)

Umweltschützer fordern mehr Anstrengung bei Weltnaturkonferenz

Am Montag beginnt die Weltnaturkonferenz in Jerewan. Bei dem Treffen soll eine erste Bilanz zur Umsetzung des Biodiversitätsabkommens gezogen werden.

Mit Blick auf die anstehende Weltnaturkonferenz im armenischen Jerewanmahnen Naturschützer mehr Tempo und Entschiedenheit an. Die bisherigen Bemühungen der Staatengemeinschaft gegen das Artensterben seien nicht ausreichend, warnt die Deutsche Umwelthilfe am Freitag. Ohne zusätzliche Anstrengungen sei keines der 23 Naturschutzziele bis 2030 erreichbar.

Auch Deutschland liege bei seinen Biodiversitätszielen weit zurück. Stattdessen beschließe die Bundesregierung Gesetze, die den Naturschutz schwächten, erklärte der Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner. „Die Weltnaturkonferenz müsse „der Wendepunkt für die Bundesregierung“ sein. „Wir erwarten schnellstmöglich verbindliche Maßnahmen für die Biodiversität, wie die Verabschiedung eines wirksamen Gesetzes für die Natürliche Infrastruktur.“

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert von Deutschland mehr Einsatz für die Umsetzung des Weltnaturabkommens. „Vier Jahre nach Verabschiedung des Weltnaturabkommens geht es der Natur schlechter, nicht besser“, erklärte BUND-Geschäftsführerin Politik Verena Graichen. Die Bundesregierung müsse Subventionen für naturzerstörende Industrien stoppen. „Wer Wälder, Feuchtgebiete und Korallenriffe zerstört und zur Ausrottung von Arten beiträgt, muss mit Konsequenzen und nicht mit Subventionen rechnen“, betonte Graichen.

Der Naturschutzbund Nabu wies darauf hin, dass ein Einsatz von Deutschland allein international wenig erreichen könne. Stattdessen brauche es ein europäisches Vorgehen, so Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Statt Naturschutzgesetze und -programme immer wieder in Frage zu stellen, ist gerade die EU aufgefordert, mehr Geld zu mobilisieren, damit die gemeinsamen Ziele erreicht werden.“ So biete die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur große Chancen, Wälder, Moore, Flüsse, Meere und weitere Lebensräume spürbar zu verbessern.

Die 17. Weltnaturkonferenz (COP17) beginnt am Montag in Armeniens Hauptstadt. Dort soll eine erste Bilanz des 2022 beschlossenen in Montreal beschlossenen Biodiversitätsabkommens gezogen werden. Darin verpflichten sich die UN-Staaten unter anderem, bis 2030 30 Prozent der Land- und Wassermasse des Planeten unter Naturschutz zu stellen. Zudem sollen der Einsatz von Pestiziden drastisch verringert sowie umweltschädliche Subventionen abgebaut werden.

Text: KNA | Bild: Christopher Beschnitt/KNA (Symbolbild)

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